Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1913)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1913-12-01
- Page
- 560 (sequence 6)
- Language
- German
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560 Im deutschen Reich. stoßen sein möchte, die Möglichkeit verschaffen will, „am Herde der großen deutschen Familie die Heimat zu finden", und zwar durch die Taufe, bedauern wir, dieser gutgemeinten Einladung nicht Folge leisten zu können, weil man durch Treubruch und Fahnenflucht sich weder als tüchtiger Jude noch als ehrlicher Deutscher erweisen kann. Die „Staatsbürger-Zeitung" hat sich am 8. November gegen das Vereinsorgan des „Bundes der Kottfefftcmslofen" gewandt, das unter dem Titel „Der Weg" erscheint, und dabei gesagt, „daß auch in den Kreisen der deutsch-völkisch Gesinnten es Mitglieder gibt, die aus Abneigung gegen das Judentum dem Christentum entfremdet wurden und so das Kind mit dem Bade ausschütteten. Ob dieser Standpunkt berechtigt oder nicht berechtigt sei, solle nicht untersucht werden. Die Freidenker, deren Organ die deutschen Antisemiten den russischen Pogromveranstaltern gleichgestellt hat, vertreten den jüdischen Standpunkt, man könne darin nur ein verkapptes Kampforgan des Judentums gegen das Christentum erblicken." — Wenn die Antisemiten den „Bund der Konfessionslosen" unbefangen beurteilen und seine Halbmonatsschrist selbst lesen würden, dann würden sie finden, daß in der Zeitschrift „Der Weg" auch für den „A u s t r i t t aus dem Judentum" geworben wird. Daß dieser Weg nicht der unsere ist, daß wir in Wort und Schrift jederzeit gegen die Fahnenflucht uns in schärfster Weise erklärt haben, ist aller Welt bekannt und selbstverständlich, denn wir sind und bleiben ein Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens! A. L. S Korrespondenzen. V erlin, 26. November. lieber die fünfte Hauptversammlung des Verbandes der deutschen Juden, die in Hamburg abgehalten wurde, ist in der Tages- - und der jüdischen Presse ausführlich berichtet worden. Deshalb sei hier nur ihr äußerst imposanter Verlauf, ihre große Wirksamkeit und die Gediegenheit des in ihr Gebotenen besonders hervorgehoben. Die beiden großen Vorträge, welche neben dem Geschäftsbericht des Vorsitzenden, Herrn Justiz rat Dr. H o r wi tz , die Tagung im wesentlichen aussüllten und welche von Herrn Rabbiner Dr. G o l d s ch m i d t - K ö n i g sh üL t e und Herrn Reichstagsabgeordneten vr. H aa s - K a r l s r u h e gehalten wurden, müssen einem jeden, der sich für jüdische Fragen interessiert, zur Lek-