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Im deutschen Reich · 1913-11-01 · Heft 11 (November 1913) · p. 518

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 11 (November 1913)
Article
Zur jüdischen Wirtschaftspolitik
Date
1913-11-01
Page
518 (sequence 3)
Language
German
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Im deutschen Reich. 5t 8 führlich begründeten Vorschläge ist leider Herr Becker, dessen Kritik mir wertvoll gewesen wäre, mit keinem Wort eingegangen. Eben* sowenig hat er aus dem übrigen Inhalt meines Aufsatzes referiert, soweit er den Ausbau der Gemeinden zu sozialen und wirtschaftlichen Korporationen, die Angliederung wirtschaftlicher Dezernate, die Kontrolle des A r b e i t s m a r kt es , Stellungs- Vermittlung und die Verwertung gewonnener wirtschaftsstatistischer Erfahrungen in einer periodischen Zeitschrift verlangte.- Aeber das Verhältnis der von ihm vorgeschlagenen „Wirtschaftszentrale" zum „Zweckverband" äußert sich Herr Goslar folgendermaßen: „Herr Becker bedauert, daß ich eine einheitliche „Wirtschaft s z e n t r a l e" für das ganze Deutsche Reich befürworte, wahrend er die Schaffung provinzieller, den spezifischen Verhältnissen angepaßter Zweckvcrbände für einzig opportun hält. Berechtigt ist an dieser Ausstellung meines Erachtens nur der Wunsch, ein allzu schematisches Arbeiten einer Zentraliustauz vermieden zu sehen, und ein elastisches Arbeiten durch kleinere, schneller aktionsfähige Verbände, die noch dazu die Einzelverhältuisse besser kennen, zu ermöglichen. Aber ich glaube bestimmt, daß das auch bei der Existenz einer Zentrale gewährleistet wird. Einmal ist eine gewisse Einheitlichkeit des Handelns durchaus erforderlich, weil es sich um Bekämpfung einer im ganzen Reich durchaus einheitlichen, weil aus den gleichen wirtschaftspolitischen und historischen Wurzeln entstandenen Erscheinung handelt, die eigentlich nur in der Provinz Posen resp. den angrenzenden polnischen Landesteilen durch das Hineintragen des Momentes des Rationalitätenhaders und des Boykottes der Inden seitens Deutscher und Polen eine besondere Rote erhalt. Deshalb könnte man für die Provinz Posen durchaus die Schaffung eines Zweckverbandes von besonderer Struktur wünschen, der aber der Zentrale angehören müßte, schon weil ihm dadurch ganz arrdcre Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Denn die Zentrale soll sich die Erfahrungen der bestehenden großen Unternehmer- und Arb eit nehmerverbände zunutze machen, kein irgendwie aussichtsreiches Mittel unversucht lassen, und sie wird daher bald eine Summe der Erfahrungen besitzen, deren Ausnutzung dann erst den Gemeinden in der Provinz mit wirtschaftlichen Dezernaten oder dem „Zweckverbande" ein anderes als tastendes Arbeiten ermöglicht". Zum Schluß bemerkt Herr Goslar, daß er den neugegründeten „Reichsverein deutscher Juden", natürlich unter Mitwirkung der übrigen großen neutralen Verbände, gerade aus dem Grunde mit der Schaffung der „WirtschafLszentrale" befaßt wissen wolle, weil dieser wegen seiner „Neutralität" ihm besonders geeignet erscheine. Ob wirklich der Reichsverein, eine rein zionistische Gründung, wegen seiner Neutralität so ganz besonders hierzu geeignet erscheint, dürfte mehr als fraglich sein. Im übrigen werden die wertvollen Anregungen des Herrn Goslar natürlich eingehend gewürdigt werden.

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