Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 11 (November 1913)
- Article
- Wirtschaftlicher Zweckverband für die Juden der Ostmark
- Date
- 1913-11-01
- Page
- 516 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316829-2316839-2347785--24038-2347850- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
516 Im deutschen Reich. Ebenso ist die rationelle Verwertung der Produkte durch genossenschaftlichen Zusammenschluß, der nach kaufmännischen Prinzipien zu organisieren ist, ohne weiteres sicher. Ruch haben wohl die meisten Leute auf kleinen Plätzen ein mehr oder minder großes Verständnis für den Anbau von Obst sowohl als auch für Geflügelzucht, so daß, wenn durch einen, tüchtigen Fachlehrer nachgeholfen wird, die Betriebe leicht eingerichtet und mit Erfolg durchgeführt werden können. Ick) erachte es ferner von wesentlicher Bedeutung, daß derartige Betriebe sehr gut unter Einhaltung der religiönsgesetzlichen Vorschriften für Sab bath und jüdische Feiertage möglich sind, so daß auch nach dieser Seite hin keinerlei Bedenken vorliegen dürsten. Schließlich ist es von höchster Wichtigkeit, wenn durch die Betätigung unserer Glaubensgenossen auf kleinen Platzen die Möglichkeit geschaffen wird, im Interesse unseres Vaterlandes zu wirken und einen Teil des Betrages von 390 Millionen, welcher jährlich dem Ausland für Obst, Eier nsw. zufältt, Deutschland zu erhalten; ich erblicke gerade darin einen ganz bedeutenden Faktor für die Durchführung meiner Anregung. Ich wü de mich nun freuen, wenn vorstehende Ausführungen Anlaß bieten zur Besprechung in Ihrer Zeitschrift. Insbesondere sollten erfahrene Fachmänner sich äuzern, Landwirte ihre Meinung kund geben und in dieser Weise dazu beitragen, die große Bot, die durch die Landslrecht unstreitig vorliegt, nach Möglichkeit zu vermindern. Hochachtungsvoll gez. Stadtverordneter Josef Fromm, Wir stellen die oben behandelnden Fragen des Herrn Einsenders gern zur Erörterung. * Von Herrn Ha ns Goslar, Berlin, Redakteur des „Plutus", ist uns eine interessante Zuschrift, die sich ebenfalls mit dem Artikel von Becker besänftigt, zugegangen. Wir geben sie im folgenden, zum Teil auszugsweise, zum Teil wörtlich wieder. Herr Goslar weist darauf hin, daß zwischen seinen Ausführungen zur jüdischen Wirtschaftspolitik in der „Jüdischen Rundschau", im Sprechsaal der „Allgemeinen Zeitung des Judentums", vor allem aber in dein Aufsatz „Wirtschaftspolitische Aufgaben der Gemeinden" (erschienen im »Jüdischen Gemeindejahrbuch 567V), und der Beckcrschen Untersuchung in der letzten Rümmer dieser Zeitschrift wesentliche Unterschiede bestehen, die nicht lediglich, wie Herr Becker meint, darin wurzeln, daß von ihm nur ein „W irt scha ftl icher Lweckverband für die Juden der Ostmark-, von Goslar aber eine jüdische Wirts chaftszentrale erstrebt werde. Goslar gibt seine im Gemeindejahrbuch gemachten Vorschläge wieder und sagt: „Ich habe in dem theoretischen Teil meines Aufsatzes die historischen Ursachen des beginnenden wirtschaftlichen Niederganges der deutschen Inden klar zu legen gesucht. Ich habe dabei die