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Im deutschen Reich · 1913-11-01 · Heft 11 (November 1913) · p. 505

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 11 (November 1913)
Article
Berlin / L.
Date
1913-11-01
Page
505 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzeru 505 Legen, die sich auf jene Annonce hin bewerben, wohl kaum Aussicht auf Berücksichtigung bei Besetzung der Schlachthausstelle haben werden. Meldungen erbeten an Veterinärrat Kleinpaul, Iohannisbnrg (vstpr.)." — Behufs E i n s ch r d n l u u g der Zahl der Aus - l a n d e r on .Den deutschen Hochschulen hat sich der preußische Kultusminister mit den anderen Bundesstaaten in Verbindung gesetzt. Dieser „schritt vom Wege der Intcrnationalität der Wissenschaftfand, wie zu erwarten war, den uneingeschränkten Beifall der konservativen Landratsprest'e, u. a. der „Greifswalder Zeitung". Dieses amtliche Kreisblatt hat kürzlich in einem „Gegen dre Schnorrer-Studenten" überschriebenen Leitartikel ausgcsuhrt, die Zeiten, in denen man annahm, die Wissenschaften seien eine freie Republik, zwischen deren Anhängern es keine nationalen Schranken gäbe, seien vorüber; Deutschland sei jetzt ein Aationalstaat und eine Wlrtjchastsgerwssenschast, in der man dafür eintrcten müsse, daß der Volksgenosse „nicht niederkonkurriert wird". Das Greifswalder Amtsblatt meint, wenn jeder, der kein Abgangs-Zeugnis eines deutschen Gymnasiums besitze, durch eine besondere Maturitätsprüfung seine Reise für die Universität beweisen müßte, „etliche hundert Schnorrer und Verschwörer* durchsallen" würden, worunter „der Ruf der deutschen Wissenschaft sicherlich nicht leidet." Die agrarische Presse verhehlt in keiner Weise, daß sie durchaus eine Verschärfung der Immatrikulationsbestimmungen verhüten möchte, die sich gegen alle ausländischen Studenten richtet, und nur zur Fernhaltung einer Konkurrenz von Russen und Galiziern jüdischen Glaubens erstrebt. Diese antisemitischen Agrarier, die in der „Deutschen Tageszeitung" schlankweg behaupten, daß „die christlichen Studierenden aus Rußland wirklich a'rdeitcn, um zu lernen, um zu wissen, die Juden aber — um ein Diplom zu erhalten", sind gar nicht so fest überzeugt, daß in der besonderen Maturitätsprüfung für Ausländer die Christen besser abschneiden werden wie die Juden. Das Agrarierdlatt sagt übrigens selbst, die Immatrikulation der Russen von der Religion abhängig zu nurchen, würde zu sehr den Anschein religiöser Anduldsamkeit erwecken; das ließe sich vermeiden, wenn man nur solche zulasse, die mindestens ein Jahr an einer russischen Hochschule studiert haben — da dort nur fünf Prozent Juden zugclassen werden. Die judenfeindliche russische Zeitschrift „Aowoje Wremja" schreibt: „Die deutsche Presse lobt in Deutschland dasselbe, was sie in Rußland barbarisch nennt." Dazu bemerkt die „Kölnische Volkszeitung" sehr richtig, daß die „Deutsche Tageszeitung" und die „Kreuzzeitung" die russische Einschränkung der Studierfreiheit der Juden noch nie getadelt, die liberalen Blätter die neue Verfügung des preußischen Kultus iroch nie gelobt hätten. Sie selbst aber erwähnt dabei gegen diese Verfügung die Acußerung eines deutsch-russischen Blattes, daß diese Verfügung auch gewisse Schattenseiten habe, denn bisher seien die russischen Auslandsstudierenden mehr oder weniger mit der Achtung vor dem deutschen Geiste erfüllt in ihre Heimat zurückgekehrt. Es werde sich wohl in Europa ein Platz finden, um den paar tausend russischen Juden eine akademische Zuflucht zu gewähren! — Derartige Erwägungen berechtigen zu der Erwartung, daß die angebahnte Einschränkung

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