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Im deutschen Reich · 1913-10-01 · Heft 10 (Oktober 1913) · p. 471

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 10 (Oktober 1913)
Article
[Ohne Titel]
Date
1913-10-01
Page
471 (sequence 4)
Language
German
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Briefkasten. -471 — Von Herrn Fabrikbesitzer S. R o s e n, Berlin, Potsdamer Straße 121 o, rst uns ans Einlaß des hrnscheidens keiner Echtster-, Frau Lina Seidenberger in Nürnberg, eine Spende von hundert Mark übcrmittekt worden, wofür wir auch an dieser stelle herzlich danken. — Von Herrn Rechtsanwalt br. Salier ist uns am 12. September eine freiwillige Spende von 15,70 Mk. übermittelt worden. — In der Mai-Nummer brachten wir eine Notiz folgenden Inhalts: „N., Frankfurt a. M. Herr Iustizral Freund in Offenbach am Main ist weder Jude, noch war er es. Ob er von Juden adstammt. wissen wir nicht. Er soll sich übrigens keineswegs durch Vorurteilslosigkeit gegenüber Juden a u szeichne n." Diese Notiz bezog fuf) darauf, daß Herr Iustizrat Freund, wie uns von glaubwürdiger eierte mitgeteilt wurde, sich entschieden gegen die Aufnahme eines jüdischen angesehenen Offenbacher Bürgers in das dortige „Große Kollegerklärt haben soll, mit der Begründung: mau solle die Konsequenzen bedenken; nehme man diesen Herrn auf, dann kamen bald $ und "?) (er nannte hierbei die Namen von anderen Offenbacher Juden). — Herr Iustizrat Freund verwahrt sich gegen unsere obige Notiz. Er habe in der fraglichen. Sitzung des „Großen Kollegskeine Vorurteile gegen Juden geäußert, sei nicht antisemitisch gesinnt und zahle Juden zu seinen besten Freunden. Wir geben loyalcrweise der vorstehenden Erklärung Raum, obwohl unser Gewährsmann die Richtigkeit seiner Darstellung über den Vorgang im „Großen Kolleg" aufrechterhält. * Briefkasten. S. R., Geilenkirchen. Das von Ihnen getadelte Verhalten einzelner jüdischer Prinzipale dem antisemitischen Deutschnationalen handlungSgehilfen-Verdar'd gegenüber ist leider durchaus keine vereinzelte Erscheinung. In der Monatsschrift „Brandenburgische Wacht" des Gaues Brandenburg im D. H. V. vom 5. August d. I. wurde ein Bericht aus Würzburg mitgeteilt, in dem gesagt wurde: „Ich hatte zum 1. April bei einer jüdischen Firma einen Posten angenommen. Bei meinem Eintritt sagte mir mein Chef im Laufe des Gespräches, daß ihm bereits durch seinen Bruder gesagt wurde, ich sei Mitglied des Deutsch-nationalen handlungsgehilfen-Verbandes. Das mache aber nichts, da er ein moderner Jude sei und sich um meine Privatangelegenheiten nicht kümmere." — Selbstverständlich verurteilen wir die Handlungsweise des jüdischen Chefs in Würzburg, falls die Notiz der „Brandenburger Wacht" zutreffen sollte, auf das schärfste. Ist dieser Prinzipal in Würzburg wirklich vorhanden, dann ist seine durchaus nicht moderne Ge'innung der Ausdruck einer Gesinnungslosigkeit, eines Mangels an jeglichem Selbstbewußtsein. Wer s o denkt, von dem ist aber niA nur anzunehmen, daß ihm Schmähungen der Juden und des Judentums sowie seiner eigenen Person gleichgültig sind, sondern daß er verblendet genug ist, es als Vorurteilslosigkeit an Zusehen, einen vom Deutsch-nationalen Handlungsgehilfcn-Verband zum Antisemiten erzogenen Angestellten zu behalten. B. M., Berlin. Otto Kettembeil in Eisenach, Inhaber der Fußbodenwerke O. Kettembeil, die in Verlin-Reinickendorf-O., Düsseldorf und Frankfurt a. M. Zweiggeschäfte besitzt, ist A t'Iem t

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