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Im deutschen Reich · 1913-10-01 · Heft 10 (Oktober 1913) · p. 468

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 10 (Oktober 1913)
Article
Berlin
Date
1913-10-01
Page
468 (sequence 7)
Language
German
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468 Im deutschen Reich. Anläßlich der Rosen- und Gartenbau-Ausstellung in Forst i. i\ wurde ihr für auSgepflanzte Rosenhochstämme der Ehrenpreis dcs Landtagsabgcordnctcn Thurm, Sorau, sowie die Goldene Medaille der AusslellungSleitung zugesprochen. Für abgeschnittene Blumen erhielt die Anstalt außerdem ein Ebrendiplom sowie eine Prämie. — Tirol war in dem verflossenen Sommer wiederum das Reiseziel zahlreicher deutscher Juden, waS die Tiroler Blättcr aber keineswegs veranlaßt hat, die geringste Rücksicht aus berechtigte Empfindungen der jüdischen Gaste ihrer Provinz zu nehmen. So druckt die „Tirolische Gast Wirt gewerbczeitung" (Verlag in Innsbruck, Anivcrsitätsstr. 7/9) Ar. ir, vom 1. August 1913 einen ganz üblen hctzartikel über jüdischen Mädchenhandel auS einer Innsbrucker Zeitung ab. Heber-Haupt wimmelt die ganze tirolische Lokalpresse, auch die M e r a n e r Orts» zeitu ng von antisemitischen Artikeln, trotzdem unter den Touristen und Kurgästen viele Juden sind. F. -- Einem Nürnberger Vercinsmitglied ging kürzlich von der Firma Andreas EraS, Pfarrkirchen, welche Oel und Maschinenfette vertreibt, eine Empfehlungskarte folgenden Inhalts zu: „Bei mir kaufen- Sie 30 bis 40 Prozent billiger als bei Firmen, die durch hohe' Spesen und Gehälter der Reisenden und Agenten usw. naturgemäß diese Ankosten anfschlagen müssen. Lassen Sie sich von den Agenten, Reisenden von hochtönenden Firmen, Inden usw. nicht beeinflussen und weisen Sic einem jeden die Tür." Wie wenig Grund die Firma EraS zur Verbreitung nner solchen Reklame hatte, geht auS der Tatsache hervor, daß Herrn Eras, der in Pfarrkirchen ein nicht unbedeutendes Geschäft aufgemachr hatte, vor Gericht nachgewiesen wurde, in vielen Fallen Margarine mit Butter vermischt zu haben, weshalb er wegen Aahrurrgsmilte!-. falschung zu der höchst zulässigen Strafe von 300 Mark verurteilt wurde. Da kann man allerdings 30 bis 40 Prozent billiger verkaufen! — Die Metallwarenfabrik Felle r & Grelle in Berlin 80. 16 engagierte mit Schreiben vom 30. August einen Angestellten zum 1. Oktober 1913. AlS dieser daraufhin für die drei hohen Feiertage im Oktober um Urlaub bat, erhielt er folgendes Telegramm: „Wir entbinden Sie vom Engagement, da wir nur christliches Personal haben." — Ob diese Aufhebung des endgültig geschlossenen Vertrages rechtsgültig ist, kann hier dahingestellt bleiben. Jedenfalls dürfte das Schreiben unsere Mitglieder wegen des prinzipiellen Ausschlusses von jüdischen Angestellten bei der besagten Firma interessieren. * Bereinsnachrichte«. — In dem „Berliner Börsenkourier" und auch in einigen anderen Blättern hat in den letzten Augusttagen eine z i o n i st i s ch c Korrespondenz Aufnahme gefunden» die mit den Worten ciugeleitet war: / „Eine wie große Werbe kraft der zionistische Gedanke besitz!, trotz der scharfen Bekämpfung, die er von seiten seiner Widersacher insbesondere vom Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens fortbesetzt erfährt, zeigte die am 23. August von der Berliner Zionrstischen Vereinigung in den Spichernsalen abgehaltene Versammlung."

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