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Im deutschen Reich · 1913-10-01 · Heft 10 (Oktober 1913) · p. 461

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 10 (Oktober 1913)
Article
Gegner des Gleichberechtigungskampfes
Date
1913-10-01
Page
461 (sequence 13)
Language
German
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Gegner bc-S Gleichberechtiqunqskampfes. 461 Cinzelfallc eine ungünstige Kritik einzelner seiner Maßnahmen Berechtigung haben wer wäre auch von Fehlern frei —, sein Weg im großen ist der rechte, weil er in jüdischen '-Anschauungen wurzelt und, wie Ueberlegung und Praxis lehren, zu jüdischen Zielen führt. Wer darum die Idee des Centralvereins bekämpft, wer seinen: Wirken Hindernisse in den Weg legt, wendet sich gegen jüdische Arbeit, kämpft d a m i t gegen das Judentum! Die Gleichberechtigungsidee ist eine von denen, ohne die das Judentum nicht bestehen kann, sie muß von jeder Richtung vertreten werden, die lebensfähig sein will. Sie ist darum eine geeignete Grundlage für die Einheit des deutschen I u d e n t u m s. Gewiß setzt die Erringung der Gleichberechtigung voraus, daß jene, die sie erstreben, die gleichen Pflichten freudig und rückhaltlos erfüllen wollen. Aber alle, die sich dieser eigentlich selbstverständlichen Forderung unterwerfen — und das wird der weitaus größte Teil der deutschen Juden seiir —, mögen sie sonst religiös oder politisch sich noch so sehr voneinander unterscheiden, haben in diesem Ideale einen gut jüdischen Boden, der alle eint. Gegner der Centralvereinsideen, aus denen persönliche Gehässigkeit und kleinliche Verärgerung spricht, wollen und sollen nicht überzeugt werden. Vor: einem ehrlichen Gegner ist aber zu erwarten, daß er sich nicht blind von Schlagworten verführen laßt, sondern wenigstens den Versuch macht, die Probleme tiefer zu untersuchen. Es ist heutzutage modern. Parteistandpunkte mit Judentum zu verwechseln, die trennenden Gegensätze mit unglaublicher Schärfe agitatorisch zu vergrößern und jede Hervorhebung einigender Momente zu verlachen und zu verhindern. Aber daß über allem Alltagsgezänk auch große und ewige Ideen alle, die sich Juden nennen, umschlingen, und daß der Gleichberechtigungsgedanke unter ihnen nicht an letzter Stelle steht, ist eine Tatsache, die klar und deutlich zutage tritt, sobald man die Parteibrille abtut und aufhört, kleinliche und beschrankte Partcistandpunkte für das allein seligmachende Judentum zu erklären. Es wird hoffentlich auch wieder eine Zeit kommen, in der die Selbstbesinnung die Oberhand gewinnt und der höhnisch lachenden Welt das widerliche Schauspiel erspart bleibt, daß Brüder künstlich Streitpunkte schaffen, Gegensätze vertiefen und die verbindenden Beziehungen leugnen. Der Centralvevein aber wird diese Einheit des deutschen Judentums, die.kommen wird und muß, am besten vorbereiten und fördern, wenn er keinen Schritt von dem Wege abgeht, auf dem er bisher erfolgreich zum heile des Judentums gearbeitet hat. *

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