Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1913)
- Article
- Bevölkerungsfragen und Innenkolonisation
- Date
- 1913-10-01
- Page
- 449 (sequence 7)
- Language
- German
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Gegner des Gleichberechtigungskampses. ffeinen westfälischen Gemeinde an fast alle bedeutenden jüdischen Körperschaften in Deutschland gerichtet wurde und folgenden Wortlaut hat: „Die hiesige Synagogengemeinde ist seit den letzten Jahren bis auf einige Familien zusammengeschmolzen. Wir besitzen hier eine schöne Synagoge, Schulgebäude, schön angelegten großen Friedhof und keine Schulden, daher wenig Abgaben. Die Abnahme der Gemeindemitglieder ist hervorgerufen teils durch Sterbefalle, teils durch Wegzug in die großen Städte, wo sie von Zinsen leben. Die Verhältnisse in der politischen Stadtgemeinde sind günstig. Es könnten hier einzelne Gewerbetreibende als Vieh- und Pferdehändler eine gute Existenz finden, auch Handwerker und Zigarrenarbeiter, und es Ware Zuzug von wirklich anständigen Israeliten nach hier günstig. Die Stadt hat Post- und Bahnstation, hat zwei Aerzte, eine Apotheke, Zigarrenindustrie usw." Irr einem späteren Schreiben wird noch ausgeführt, daß für hinzuziehende Familien die Wohnungsmiete und Steuern für das erste Jahr bezahlt würden. Hier tut Eingreifen not. Sicher werden sich in den Großstädten unter den jüdischen Angestellten Leute finden, welche die günstige Gelegenheit, sich selbständig zu machen, ergreifen werden. Vor allem aber können die Leiter der jüdischen Lehrlingsheime, Erziehungsinstitute und Waisenhäuser ihre Zöglinge veranlassen, sich in den Gemeinden niederzulassen, welche den Wunsch nach Zuzug äußern und gerne bereit sind, die Niederlassung auch finanziell zu fördern. Darum können wir dem zu gründenden Verbände eine segensreiche Tätigkeit Voraussagen, und nur die Hoffnung aussprechen, daß er möglichst bald ins Leben trete. * Gegner des Gleichberechtigungskampfes. Bon Dr. Felix Goldmann, Oppeln. Seit Rießer es unternommen hatte, die Gleichberechtigung der Juden zum Gegenstände eines ernsten Kampfes zu machen, seit der Central-Verein den Gedanken Rießers eine Heimstätte in den breiteren Massen zu erbauen begann, glaubte man, daß es sich um ein ganz selbstverständliches Ziel handelte, dem innerhalb der Iudenheit kein Gegner je erstehen werde. Weder über die Tatsache, daß. die Gleichberechttgung errungen werden müsse, noch über die sittliche Verpflichtung der Juden, den Kampf aus eigener Kraft selbe? zu führen, war ein Zweifel vorhanden. Meinungsverschiedenheit herrschte