Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1913)
- Article
- Wirtschaftlicher Zweckverband für die Juden der Ostmark
- Date
- 1913-10-01
- Page
- 443 (sequence 11)
- Language
- German
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VevölkcrungSfragen und Inncnkolonisation. 443 lichen Beratung im Aufträge dcs Centralvereins am 21. August in Posen eingehend erörtert wunxn. Dieser Beratung wohnten bei: Der Syndikus des Centralvereins, Herr I)r. Holländer, Berlin, Herr Rechtsanwalt Dr. Krombach, Posen, als Vertreter des Landesverbandes Posen vom Centralverein, und der Referent. Die Leitsätze behandeln in vier Gruppen: I. Die Rotwendigleit eines wirtschaftlichen Zweckverdandes. II. Die statistische Begründung. Hl. Die Aufgaben des Wirtschastsverbandes. IW Die nächsten Schritte zu seiner Verwirklichung. Sie fanden fast durchweg die Zustimmung der Konferenz. Cs wurde beschlossen, den Plan zunächst durch diese Veröffentlichung weiten Kreisen bekannt zu geben und der öffentlichen Besprechung zu unterbreiten. Alsdann soll im Monat Oktober eine Versammlung von Berlretern aller in Betracht kommenden großen jüdischen Verbände und der provinziellen Vereine, sowie Vertretern der Gemeinden einberufen werden, in welcher ein eingehendes Referat über den Plan gehalten und über feine Begründung beraten und beschlossen werden soll. Und nun frisch ans Werk und keine kleinlichen Bedenken! „Der Tag ist kurz und das Werk ist groß!" * Bevölkerungsfragen und Fnnenkolonisation. Von I)r. occ. publ. Jacob Segall, Berlin. Mit der Wucht der Zahlen soll die Notwendigkeit eines wirtschaftlichen Zweckverbandes der ostmärkischen Juden begründet werden, so lautet der zweite Leitsatz des Beckerschen Programms am Schluß des vorigen Artikels. Was will der Verband? Durch eine Reihe wirtschaftlicher Maßnahmen die Abwanderung aus den östlichen Provinzen zum Stillstand bringen und durch die Ansiedlung von Landwirten und die Niederlassung von Handwerkern und Gewerbetreibenden eine allmähliche Wiederauffüllung der von Juden entvölkerten Gemeinden in der Provinz Posen herbeisühren. Die Idee ist so bedeutend, ihre Zweckmäßigkeit leuchtet einem jeden, der die Entwicklung der deutschen Iudenheit im letzten Menschenalter aufmerksam verfolgt hat, so deutlich ein, daß Zahlen höchstens zur Illustration des Gedankens. nicht aber zu seiner 'Begründung dienen können. And darum mögen nur mit ein paar Worten, gewissermaßen als Ergänzung des Beckerschen Aufsatzes, dem Leser dieser Zeitschrift die schwerwiegenden Folgen der Wanderungen in Deutschland vor Augen geführt werden. Je eingehender man sich mit den Devölkerungsvorgängen der deutschen Juden seit den achtziger Jahren befaßt und sich