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Im deutschen Reich · 1913-09-01 · Heft 9 (September 1913) · p. 419

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 9 (September 1913)
Article
[Ohne Titel]
Date
1913-09-01
Page
419 (sequence 5)
Language
German
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Vereinsnachrichten. 419 haben, gegen den Notar das Erforderliche im Dienstaufsichtswege veranlaßt," — Von Herren, tue zurzeit die Technische Hochschule beuchen, war uns 'Klage darüber geführt worden, daß in letzter Zeit in den Räumen der Technischen Hochschule, insbesondere auch auf den Zeichentischen der Aedungssäle, antisemitische Flug- ' ch r i fL e n und F l ugbläLter verbreitet worden seien. Die Flugblätter waren von dem bekannten antisemitischen „Hammerounde" und seinem -Gründer und Ehrenvorsitzenden Fritsch verfaßt und herausgegeöen. Wir teilten dieses Vorkommnis dem Rektor der Technischen Hochschule zu Lharlottenburg in einer Eingabe mit, der uns darauf erwiderte, daß die Verbreitung von Flugblättern der von uns geschilderten Art in den Raumen der Hochschule selbstverständlich ganz unzulässig erscheine, und daß derartige Vorkommnisse bereits aufs nachdrücklichste verfolgt wären, wenn die Hochschulverwaltung davon Kenntnis erlangt hätte. Die beteiligten Beamten der Hochschule sind angewiesen worden, sorgsaltigst darauf zu achten, daß in Zukunft derartige antisemitische Schriften nicht mehr zur Verteilung gelangen und gegebenenfalls dem Vektor Anzeige zu machen, damit sofort gegen die betreffenden Versonen eingeschritten werden kann. — Aus der Baronin v. C o h n - O p p e n h e i m - S L i s - tung der Israelitischen Kultusgemeinde Dessau sind dem Lentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens zur Förderung seiner Bestrebungen neuerdings 800 M. zugeflossen; von der Israelitischen Gemeinde S't ra ßb'u r g i. E l s. erhielt der Verein einen Beitrag von 100 M. zur Abwehr der Angriffe gegen das Schächten. — In einer von Herrn Rechtsanwalt Dr. Griesbach in Hamm i. Wests, vertretenen Privatklagesache ist vereinbart worden, daß an unseren Lentralverein eine Buße von 10O M. gezahlt werde. — Aus einem Vergleich zahlte wegen einer antisemitischen Aeußerung Herr Gustav Dreher, Treptow, Klingerstr. 1, 20,05 M. — Ferner wurden von Herrn Siegfried Stern, Dortmund, 3 M. gespendet, und von Herrn N. M o s s e in Brandenburg uns 11 M. übermittelt, (nämlich aus einer an ihn gezahlten Buße 10 M. und 1 M. aus einer gewonnenen Wette). — In einer Privatklagesache hat als Vertreter der Klägerin Herr Rechtsanwalt Dt. Prytek einen gerichtlichen Vergleich dahin veranlaßt, daß der Angeklagte; 5 Mark an uns abführt. — Wie uns das Kgl. Nachlaßgericht Stuttgart mitteilt, hat Herr Jacob Feigenheimer in Stuttgart dem Lentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, dem er seit 10 Jahren als treues Mitglied angeh orte, lehtwillig dreihundert Mark vermacht. — In Hagenau i. Elsaß hat am 17. Juni eine Versammlung statt gesunden, in der die Herren Rechtsanwalt Dr. Kehr aus Kaiserslautern und Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil aus Straßburg referierten. Nach den mit großem Beifall aufgenommenen Vorträgen dieser beiden Herren forderte der Versammlungsleiter, Herr Willy Stur mann aus Hagenau zur Gründung einer Ortsgruppe des Lentralvereins auf; sämtliche Anwesenden (etwa 40 Herren) erklärten ihren Beitritt und wählten den Vorstand aus ihrer Mitte. ' Der Leiter der Versammlung, Herr Willy Sturmann, wurde einstimmig zum ersten Vorsitzenden, Herr F. Halff zum zweiten Vorsitzenden, Herr Vernarb Levy zum Schriftführer und ein Mitglied der Verwaltungskommission, Herr Moritz Moch, zum Kassierer gewählt. — Am 3. Juli wurde in Lolmar i. Elsaß von Herrn Rechtsanwalt Dr. H o ch schil d eine Versammlung der

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