Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 9 (September 1913)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1913-09-01
- Page
- 416 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- address
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316829-2316837--23860-2347642- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
416 Im deutschen Reich. Ebenso ist natürlich die Behauptung, der Central,verein hätte gar nicht so viel Mitglieder wie er angebe, eine zu Agitationszwecken hervorgesuchte Unwahrheit. Wir haben e§ nichi nötig, in der Öffentlichkeit mit falschen Zahlen zu operieren. -— Die „Jüdische Rundschau" vom 6. Juni 1913 brachte folgende Notiz: „Zur Naturgeschichte des L e nt r a l v e r e i n s. Recht unvorsichtig erklärte am 23. Juni 1901 Herr Dt. Hör Witz, der erste Vorsitzende des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, daß er im Prinzip nichts dagegen habe, wenn der Verein hieße: „Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und jüdischer Nationalität". (Vgl. „Ost und West" 1903, 149.)" Zu Unrecht glaubt die „Jüdische Rundschau", daß in jener Versammlung, in dem von Herrn IusLizrat Dr. Horwitz gehaltenen Vortrage etwas gesagt war, was gegenüber der jetzigen Haltung des Centralvereins einen Widerspruch der Anschauungen erkennen ließe. Der Vortrag „^tudentenLum und Centralverein" ist im Augustheft 1901 unserer .Vereinszeitschrift „Im deutschen Reich", Seite 379 ff. abgedruckt; er enthält kein Worr von dem.Vorschläge der Namensänderung. Der damalige Einsender — ein Pseudonymus — hat offenbar Herrn Dr. Horwitz mißverstanden, denn eine Namensänderung, welche den deutsch-nationalen Charakter des Vereins abstreift und nur den jüdischen in den Namen nimmt, ist nicht bloß mit dem Statut und der Geschichte des Vereins, sondern auch mit dem übrigen Inhalb des Vortrages unvereinbar. Das geht z. V. klar aus den Worten hervor: „Wir wissen uns mit Bismarck eins in einem Gefühl, nämlich in dem der Begeisterung und der Liebe für unser deutsches Vaterland. Wenn wir nicht so gute Deutsche bis auf die Knochen wären, so könnten wir nicht den Manen dieses Mannes so willig und so gern opfern: wir könnten es nicht, wenn wir mehr Juden als Deutsche wären; wir könnten es nicht, wenn man mit Recht uns die Zugehörigkeit zum deutschen Vaterlande absprechen dürfte." Im übrigen hat der Vorsitzende sich dahin geäußert, daß auch die Zionisten im Centratverein Mitarbeiten könnten; das ist eine Anschauung, die auch jetzt in dem Centralverein vertreten wird, soweit es sich nicht um Zionisten handelt, die ihre deutsche Nationalität bestreiten. Wir geben der Erwartung Ausdruck, daß die „Jüdische Rundschau" behufs Aufklärung eines Mißverständnisses ihren Lesern unsere jetzige Aeußerung mitteilen werde/ — Im Verein mit dem Vorstand des Rabbiner-Verbandes hat der Vorstand des C e n t r a l v e r e i n s an den Herrn Minister f ü r H a n de l n n d G e w e r b e am 23. Mai dieses Jahres eine - die Dispensation jüdischer Schüler vom Besuche des Fortbildungs- und Fachschulunterrichts . sowie vom Schreiben u. a. am Sabbat und jüdischen Feiertagen betreffende Eingabe gerichtet, auf die uns nachstehender, vom 9. Juli datierter B e s ch e i b zugegangen ist: „Da über die Stellung, die die Leiter der meinem Ressort angehörenden öffentlichen Schulen (Fortbildungs- und Fachschulen> gegenüber den Wünschen auf Befreiung jüdischer Schüler vom Unterricht oder von gewissen Arbeiten an den Sabbaten und jüdischen Feiertagen einzunehmen haben, neuerdings in einzelnen Fallen Zweifel entstanden sind, bestimme ich, indem' ich mich im Einklang mit den entsvrechenden Anordnungen des Herrn Ministers der geistlichen