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Im deutschen Reich · 1913-09-01 · Heft 9 (September 1913) · p. 414

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 9 (September 1913)
Article
Berlin
Date
1913-09-01
Page
414 (sequence 3)
Language
German
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414 Im deutschen Reich. sparen. ' Soweit diese ürenschensreundlich wirkenden Tabellen nicht schon versandt sind, stehen sie den Interessenten auf Wunsch bei dem Verband der Arbeitsnachweise der Großloge, Berlin W 62, Kleiststraße und beim Kartell der jüdischen Arbeitsnachweise (Geschäftsstelle: Helene Meyer, Stargard i. P.) zur Verfügung. — Wie uns aus C ob lenz mitgeteilt wird, bedarf die in dem vorigen Heft Seite 367 enthaltene Angabe, daß dort aus den Zinsen der von einem verstorbenen Juden errichteten Wohltätigkeitsstistung (gemeint ist die sogenannte Bragsche Stiftung^ bis vor einem Fahre die jüdischen Armen keinen Pfennig erhalten hätten, der Berichtigung insofern, als es heißen muß: „bis vor einigen Jahren." pvrmcmt, 1. August. Bei der Hauptwahl im Kreise Waldeck- Pyrmont waren aus den bisherigen Reichstagsabgeordneten Amtsgerichtsrat Vietmeyer, der zur Wirts ch a f L l i H e n Vereinigung gehörte, 5648 Stimmen, auf den Kandidaten der freisinnigen Parteien Dr. Friedrich Baumann 4937 und auf den Sozialdemokraten Weddh 1017 Stimmen gefallen. Bei der Reichstagsstichwahl am 19. Juni wurde Baumann mit 6587 Stimmen gegen 6337 antisemitische Stimmen gewählt, lieber die Vorgänge, die sich zwischen der Hauptwahl und der Stichwahl abgespielt haben und was dabei von einzelnen antisemitischen Abgeordneten sowie von dem konservativen Generalsekretär Kunze geleistet worden ist, hat die Tagespresse ausführlich berichtet. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, daß sich hier in Pyrmont bei der erfolglos gebliebenen antisemitischen Hetze gegen Baumann auch vielfach Männer hervorgetan haben, die sonst weislich den jüdischen Kurgästen gegenüber ihr antisemitisches Licht unter den Scheffel stellen, und vielleicht künftig davon nichts verlauten lassen werden, wie sie sich durch Abfassung oder Verbreitung gehässiger Wahlflugblätter u. dgl. m. gegen Juden und angebliche „Judengenossen" vergingen. Im Interesse der jüdischen Kurgäste mag es deshalb bekannt werden, daß sich in dieser W.üse nickt nur der von der „Pyrmonter Zeitung" am 18. Juni als „Antisemiten-Doktor" bezeichnete Stabsarzt a. D. Dr. Weber, sondern auch der Kurpensions- und Sanatorium-Besitzer Dr. med. Suters, sowie die Logierhausbesitz er Adolf v. d. Hehde, Friedrich Leo Garbe, Hofschild und Bud. Knieriem verhalten haben. <3 Bonstanz, 1. August. Die hiesige Ortsgruppe des C<ntralvereins hatte beschlossen, auf die bedeutungsvolle Hauptversammlung vom 30. März d-. I. erst im Herbst zurückzukommen, da bei den in der Konstanz er Gemeinde bestehenden Verhältnissen eine gegenteilige Veranlassung nicht vorlag. Allein der Führer der hiesigen kleinen zionistischen Ortsgruppe wollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, „seiner schmerzlichen Entrüstung über das ungeheure Anrecht und die eminente Anklugheit, die der Ceutralverein mit seiner Resolution begangen habe," flammenden Ausdruck zu geben und beraumte auf den 20. Mai eine öffentliche Protestversammlung an. Der Saal des Hotel Terminus war überfüllt. Der Leiter der Versammlung forderte strenge Sachlichkeit, aber Herrn Dr. M e i n r a t h s Ausführungen waren subjektiv und hielten sich nicht von persönlichen Beleidigungen verdienter Männer frei. Die hiesige Ortsgruppe des Centralvereins war jedoch zur Stelle; unter Führung des Herrn Stadtrabbiner Dr. Chonc kämpften und widerlegten unsere Redner in schlagender Weise die Erörterungen und Angriffe des Herrn Dr. Meinrath. Dieser dürfte sich jetzt darüber klar sein, welche Stellung die überwiegende Mehrheit der jüdischen Gemeinde Konstanz zürn Centralverein ein-

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