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Im deutschen Reich · 1913-09-01 · Heft 9 (September 1913) · p. 413

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 9 (September 1913)
Article
Berlin
Date
1913-09-01
Page
413 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 413 Trotzdem tun sie das, weil sie den Standpunkt vertreten müssen, keine Leute zu beschäftigen, die, den Ansichten ihres Verbandes entsprechend, die Juden als minderwertig betrachten. Da alle rechtlich denkenden Deutschen diesen Standpunkt teilen werden, können die Juden dem angedrohten Boykott in Ruhe entgegensehen. Der D. tz.-V. hat die Juden ständig bekämpft, geschädigt und verächtlich gemacht; es schadet nicht, wenn er diesen Krieg nicht mehr im Verborgenen führen kann, sondern für sein Dun einzustehen hat. Es ist auch, besser, wenn die Mitglieder des D. H..-V., die „politisch nicht durchweg im Lager des Antisemitismus stehen", sich davon überzeugen, daß der Verband, dem sie angehören, sich rächt darauf beschränkt, Standesinteressen zu vertreten, sondern sehr stark anLisemitisch-deutschsozial oder konservativ tätig ist, was gegen die kaufmännischen Standesinteressen ist. Wir aber werden uns durch Drohungen nicht irre machen lassen, sondern möglichst das Eindringen von Mitgliedern des deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes in jüdische Betriebe zu verhindern suchen. Das wird und mutz die unzweideutige Antwort sein, die man einer Gesellschaft gibt, die sämtliche Juden aus ihren Reihen ausschließt, die die Juden vaterlandslos machen will und den Frieden zwischen Chef und Personal stört. — Bei der Begründung des Deutschen Schulvereins haben sich nicht nur österreichische, sondern auch zahlreiche reichsdeutsche Juden betätigt und bis in die neueste Zeit diese von ihnen als eine deutsch-patriotische Sache betrachtete Verernstätigkeit wesentlich unterstützt. Bereits seit Jahren ist aber die Leitung des Deutschen Schulvereins mehr und mehr antisemitisch durchsetzt worden und hat es anscheinend als ihren Hauptzweck betrachtet, die deutsch-freiheitliche Bewegung mit der christlich-sozialen derart zu verquicken, daß die Vereinigung zwar nach wie vor die jüdischen Beiträge entgegen nimmt, aber so weit als irgend möglich die Juden ausschaltet und jetzt bei Ausschreibungen für den Lehrkörper des Schulvereins von allen Bewerbern den Taufschein fordert. Diese Tatsache hat eine Anzahl Wiener Gemeinderäte, darunter auch Aichtjuden, veranlaßt, sich bei dem Wiener Bürgermeister vr. Weißkirchner über diese Art der Ausschreibung mit dem Hinweis darauf zu beklagen, daß die große finanzielle Anterstützung, welche die Gemeinde Wien dem Deutschen Schulverein gewährt, zum großen Teil aus jüdischen Steuergeldern ermöglicht wird. vr. Weißkirchner hat sich darauf berufen, daß die Subvention dieses Mal ohne eine ähnliche Verwahrung bewilligt worden sei, und hat den Interpellanten empfohlen, sich bei einer späteren Bewilligung rechtzeitig zu melden. Diese Ablehnung, sowie die unverblümte Art. in der sich der Obmann des Deutschen Schulvereins, der österreichische Reichstagsaögeordnete Dr. Groß, in längster Zeit in antisemitischen Andeutungen gefällt, sollten wenigstens die r eichsdeutschen Inden veranlassen, dem Deutschen (^chulverein jede weitere Unterstützung zu versagen und sich von der Vereinigung fernzuhalten, solange sie sich in antisemitischem Fahrwasser bewegt. — Der Ver b a n d d e r A r b e i t s n a ch w e i s e der Großloge für Deutschland ROBB und das Karte! l der j ü d i s ch e n A r b e i t s n a ch w e i s e haben Tabellen versandt, die an geeigneten Stellen aufzuhängen sind, um Arbeitgebern und Arbeitnehmern Kenntnis von den * angeschlossenen n ä ch st g e l e g e n e n Arbeitsnachweisen und Stellenvermittlungen zu verschaffen. Die Tabellen dienen auch dem Zweck, den Irrstrom von Arbeitnehmern nach den einzelnen großen Verkehrsplähen abzuhalten und den Arbeitssuchenden den Aufwand von Reisekosten und Spesen zu er-

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