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Im deutschen Reich · 1913-07-01 · Heft 8 (Juli 1913) · p. 363

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 8 (Juli 1913)
Article
Berlin
Date
1913-07-01
Page
363 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. Ls sind heute Zionisten und Antisemiten bereit, das zu bejahen. Aber man wird die Aufgabe, die das Judentum uns im Deutschen Reiche steht, nicht dadurch lösen, daß man die Juden als! Fremde ansieht und behandelt. Ebensowenig wird es sich in absehbarer Zeit in der deutsch-christlichen Masse auflösen. Dagegen ist anerkannt, daß es innerhalb unserer GesamLkultur, einen über die Ziffer mit seinem Einfluß weit hinausreichenden Faktor bedeutet. Dieses Faktors und seiner Bedeutung hat die deutsche Ration, hat die deutsche Wissenschaft, hat der deutsche Staat sich zu bemächtigen. And er kann ihm, erkennend und bildend, nur beikommen von seiten seiner Religion als seines reinsten Eigenbesitzes. Das müssen beide Teile wünschen, Juden und -Christen." — In bzv „Vossischen Zeitung" vom 8. Juni d. I. ist eine Anzahl Notizen abgedruckt, die vor hundert Jahren in der „Vossischen Zeitung" veröffentlicht wurden und wertvolle Erinnerungen aus der Zeit der Befreiungskriege auffrischen. Darunter befindet sich aus der Nummer von Sonnabend, den 5. Juni 1813, ein .Schreiben aus Breslau, das die Leser unserer Zeitschrift besonders interessieren dürfte, weil von rückschrittlicher Seite heute die Leistungen der jüdischen. Mitkämpfer der Freiheitskriege beständig tendenziös in Abrede gestellt werden: „Zu den heldenmütigen Streitern am Tage bei Lützen gehörte nach dem allgemeinen Zeugnisse in einem vorzüglichen Sinne der Studiosus M eh er Hilsbach, welcher im Iäg erdetachement der Iägergarde die heilige Sache des Vaterlandes nach seiner ganzen Kraft zu verteidigen gesonnen war. Er ist im heißesten Kampfe ein Vorbild seiner Mitstreiter gewesen. Dreimal verwundet, hatte er das Schlachtfeld noch nicht verlassen; erst später, als er einen Todesstoß auf die Brust erhielt, führten ihn seine Freunde aus dem Getümmel. Doch es war ihm nicht bestimmt, im Kreise der Seinigen Erquickung bei seinen Schmerzen und die Ehre seiner Taten zu genießen; er starb mit männlicher Fassung auf dem Wege hierher; nur sein Leichnam ruhet unter uns. Seine Glaubensgenossen (er war israelitischen Glaubens), aus deren Mitte er vor allen andern auf den Ruf seines Königs unter die Vaterlands sahnen trat, mögen es dankbar erkennen, daß sein Beispiel manche Zweifel und Bäenklichkeiten beseitigte und ihren Jünglingen ein herrliches Muster aufstellte. Die hiesige Universität darf sich mit Recht rühmen, dem Vaterlande unter ihren Söhnen einen solchen Krieger gegeben zu haben. Er ist noch lebend auf dem Schlachtfelde zum Offizier ernannt worden." — Die in Barmen erscheinende christlich-soziale Wochenschrift „Die Arbeit" hat in ihrer Nummer vom 19. April d. I. einen von Karl Wächter Unterzeichneten Artikel mit der Aeberschrift „Unverzeihlich" veröffentlicht, in dem es als „ein System des Judentums" bezeichnet wird, Herabsetzungen deutscher Bürger jüdischen Glaubens „als ein unverzeihliches, erstklassiges Verbrechen hinzustellen, dem die Rache auf dem Fuß folgen müsse", Herr Wächter stellt als „eine patriotische Pflicht" hin, gegen die jüdische Notwehr Stellung zu nehmen, um die Gesundung der deutschen Verhältnisse herbeizuführen. Jeder Unbefangene wird uns Recht geben, wenn wir demgegenüber behaupten, daß es die Gesundung der deutschen Verhältnisse nur verhindern kann, wenn man deutsche Männer, die den Heldentod für das deutsche Vaterland gestorben sind, verunglimpft, und eine große Anzahl pflichttreuer Soldaten jüdischen Glaubens wegen ihres Religionsbekenntnisses in folgender Weise herabwürdigt:

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