Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 8 (Juli 1913)
- Article
- Deutsch-nationaler Handlungsgehilfen-Verband kontra Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
- Date
- 1913-07-01
- Page
- 355 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Gedanken zur Iudenfrage. Desgleichen kann es auf sich beruhen, ob in der Wendung „Wir brauchen vorurteilslose Richter"', durch welche darauf hingewiesen wird, daß, von denjenigen, welche unter dem EintIixb bes D. H. V. und damit auch der unter Leitung des Privatklägers Roth herausgegebenen Parteischrift stehen, eine vorurteilslose Beurteilung von Rechtsstreitigkeiten als Beisitzer des Kaufmannsgerichts Juden gegenüber nicht zu erwarten sei, eine Beleidigung des Privatklägers ausgesprochen wurde. Wie bereits ausgeführt, hat das Landgericht die Aeußerungen in den Flugblättern als eine Handlung aufgefaßt, so daß es ihm auf ein beleidigendes Wort mehr bei der Gesamtbeurteilung nicht ankommen konnte. Die Revision war daher, da auch in anderweitiger Hinsicht ein RechLsirrtum nicht zu erkennen war, unter Kostensolge aus §505 StPO, zu verwerfen." * 1. „Gedankenlzur Fudenfrage". Bon Professor Arthur Sachs, Breslau. In Ihrer geschätzten Zeitschrift, Tlx. 3 (März 1913), polemisiert Herr Justizrat Salinger (Oppeln) gegen meinen in der „Schlesischen Zeitung" (1913, Rr. 52 vom 22. Januar) Veröffentlichten Aufsatz. Ich erlaube mir, hierauf folgendes zu erwidern: Erstens. Salinger behauptet zunächst: „Rach den neuesten Forschungen ist mit dem Begriff Rasse überhaupt nicht viel anzufangen." Ich erwidere hierauf, daß, mir die „neuesten Forschungen" nicht imponieren. Jede Wissenschaft ist in beständigem Wechsel begriffen. Das -«via M des alten Heraklit gilt auch für die Wifsenschaft, und gerade ich als Raturwissenschaftler habe Gelegenheit, selbst in den sogenannten „exakten" Wissenschaften zu beobachten, wie die Auffassungen sich ändern. Jeder aber, Der ein offenes Auge besitzt, muß zugeben, daß es jüdische RasseneigenLümlichkeiten gibt. Wenn aber weiterhin Salinger unsere „unliebsamen Eigenschaften" nur als das Ergebnis der traurigen Erlebnisse in den verflossenen Jahrhunderten anspricht, so ist zwar zuzugeben, daß letztere vielleicht umgestaltend auf unseren Rassencharakter einwirkten; aber einmal muß doch ein ursprünglicher Charakter dagewesen sein, wir waren doch schon Menschen und nicht ein wesenloses X, als wir ins Ghetto gesperrt wurden. Daß ich übrigens die ganze Rassenfrage für nebensächlich halte, hob ich bereits in meinem Aufsatz hervor.