Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 7 (Juni 1913)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1913-06-01
- Page
- 324 (sequence 2)
- Language
- German
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324 Im deutschen Reich. b e st e h e. Natürlich ließ ich aus diesem Grunde meine Anzeige fallen." ----- Die „Deutsche Tageszeitung" bemerkt hierzu: „Wir können den Standpunkt des Gemeindevorstehers nicht begreifen." Die „Deutsche -Tageszeitung" begreift auch noch manches andere nicht! — Einem unserer Vereinsmitglieder, der in früherer Zeit Jahr für Jahr seine Ferienzeit in Borkum zugebracht hat, ging am 10. Mai d. I. ein Prospekt des dortigen Nordsee-Hotels zu, was ihn zu der Anfrage veranlagte, ob er als Israelit, der seinen Glauben nicht verleugne, ungestört durch rüpelhafte Insulten, in Borkum Erholung suchen könne. Darauf hat der Besitzer des Nordsee-Hotels, Herr F. Schmidt, am 16. Mai geantwortet, die Zusendung des Prospekts sei in der Annahme erfolgt, daß der Empfänger nicht Israelit sei; die Insulaner müßten sich in dieser Beziehung nach den nach Borkum reisenden Badegästen richten. So leid es ihm tue, sei er nicht in der Lage, eine Garantie für einen ungestörten Aufenthalt auf Borkum zu übernehmen. — Wo bleiben da die Hüter des Gesetzes? — Da uns von berufener Seite mitgeteilt wurde, daß das „L o g i e r h a u s G l ü ck s p i l z" in Binz in andern Besitz übergegangen ist, und Frau Linz, die jetzige Besitzerin, Wert darauf legt, bekanntzugeben, daß sie bei ihren Gästen keinen Unterschied der Konfession macht, wird dies hierdurch mitgeteilt. Das „Haus Glückspilz" ist in der Liste der antisemitischen Pensionen gestrichen. — Ansere bisherigen Mitteilungen über mehrere auswärtige B e r e i n s v e r s a m m l u n g e n , in denen durch Vortäge unseres Vorstandsmitgliedes, des Herrn Dr. med. Edmund Werner-Berlin nicht nur eine ansehnliche Anzahl neuer Vereinsmitglieder gewonnen, sondern auch in den betreffenden Gemeinden neue Ortsgruppen gegründet wurden, ergänzen wir durch folgende, wegen' Platzmangels im Maiheft etwas verspätet veröffentlichte Mitteilungen. Am 5. März sprach Herr Dr. med. E d m u n d W e r n e r in Elbi n g in einer von Herrn Rechtsanwalt Julius Lewinsohn geleiteten Versammlung über das Thema „Weshalb muß es einen Eentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens geben?" An diesen Vortrag knüpfte Herr Rabbiner Dr. Kaelter aus Danzig eine Ansprache, in derer die Notwendigkeit des Zusammenarbeitens der westpreußischen Glaubensbrüder durch Gründung von Ortsgruppen erfolgreich betonte. Hierauf wurde die Begründung beschlossen. In den provisorischen Gruppenvorstand wurden gewählt die Herren Kommerzienrat Loewenstein, Dr. med. Lewy, Rabbiner Dr. Auerbach, Kaufmann Moritz Lublinski, Rechtsanwalt Loewinsohn, ferner die Damen Therese Becker, Rahel Neumann und Frau Felix Berlowitz. — Am 9. März wurde in Tilsit auf Veranlassung des Vorstandes des Provinzialverbandes Ostpreußen eine Centralvereins-Versammlung veranstaltet, in der nach einer einleitenden Ansprache des Vertreters des Provinzialverbandes Ostpreußen wiederum Herr Dr. med. E d mund Werner- Berlin referierte. In den Vorstand der in Elbing begründeten Ortsgruppe Tilsit wurden folgende Herren gewählt: Rechtsanwalt Dr. Arthur Ehrlich als erster Vorsitzender, Direktor Eugen Hirschfeld als zweiter Vorsitzender, Kaufmann Jacob Perlis, Schriftführer, Kaufmann Max Brande, Schatzmeister, ferner die Herren Kaufmann Hugo Vrinitzer, Rechtsanwalt Dr. Hugo Ehrlich, Schneidemühlenbesitzer und Handelsrichter Eugen Lasser, Dr. med. Elias Löwenstein, Rabbiner Dr. Isert Rösel und Dr. med. Max Rosenkranz. — In Stolp i. Pomm. ist am 11. März eine Centralvereins-Versammlung veranstaltet worden, in der infolge eines von Herrn Dr. med. E d mund Werner- Berlin ge-