Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 7 (Juni 1913)
- Article
- Glossen zur Zionisten-Resolution
- Date
- 1913-06-01
- Page
- 297 (sequence 2)
- Language
- German
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Glossen zur Zionisten-Resolntion. 297 Ferner sagt die „Staatsbürger-Ztg.": „Wie der größere Teil der Juden denkt, lehren uns die Versammlungen der Zionisten, die zum größten Leidwesen der weniger aufrichtig Gesinnten offen aussprechen, daß sie Fremdkörper sind und bleiben wollen im Organismus ihres Gastvolkes."ch Wer vom Antisemiten ißt, stirbt daran, das wird wohl auch mit der Zeit die zionistische Presse einsehen insbesondere, wenn sie den ungeheuren Beifall beachtet, welchen der Zionist Brünn von seiten der Antisemiten erntete, der in einer Versammlung des Lentralvereins pathetisch erklärt hatte, niemals könne ein deutscher Jude nationaldeutsche Gesinnung hegen. Der Parteisekretär Blumenseld fährt im Lande herum und setzt in fernen Vorträgen auseinander, er bezweifle die subjektive Ehrlichkeit der meisten Vorstandsmitglieder des Lentralvereins nicht, um dann während seiner ganzen Ausführungen mit Ansdrücken wie „Anwahrhaftigkeit der Halbbildung", „reaktionäre Gesinnung", „Moral mit doppeltem Boden", „plutokratische Gesellschaft", „Parvenügesinnung", „größte politische Dummheit" um sich zrr werfen. Den Vergleich mit dem Radfahrer, der nach unten tritt und sich nach oben bückt, wiederholt er fast jedesmal. Soweit die Angriffe sich persönlich gegen Herrn Professor H-alkenheim richten, sei auf folgenden Brief verwiesen, den Herr Professor Falkenheim an den Vorstand der Zionistischen Vereinigung für Deutschland gesandt hat: „Wie ich aus dem im Druck vorliegenden Stenogramme meines auf dem Delegiertentage des Lentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in Berlin gehaltenen Vortrage hervorgeht, habe ich alles Persönliche ausgeschaltet. In den im Anschlüsse ab gehaltenen zionistischen Versammlungen hat ein Teil der Herren Redner, insbesondere der Generalsekretär Herr Blumenfeld, ein anderes Verfahren beliebt. Am den Angriffen gegen den Vortrag nrehr Aachdruck zu geben, hat man geglaubt, zu persönlichen Verunglimpfungen des Vortragenden greifen zu sollen. Wan hat behauptet, ich hätte aus Liebedienerei gegen die christliche Bevölkerung die Kandidatur des Iustizrats Dr. Lichtenstein in Königsberg hintertrieben. Ich habe dahingegen mit der ganzen Wahlangelegenheit in keiner Weise irgend etwas zu tun gehabt. Wan hat die von mir in breiter Öffentlichkeit auf dem Delegiertentage des Lentralvereins im Jahre 1909 hinsichtlich der Täuflingsfrage gemachten Aeußerungen (vgl. „Im deutschen Reich" 1909, S. 210) dem Sinne nach unrichtig wiedergegeben. Niemals habe ich gesagt, wie Herr Blumenseld nach der „Jüdischen Rundschau" (1913, Nr. 13) in der Versammlung am 8. April d. I. in Berlin behauptet hat, „man müsse sich solche Leute genauer ansehen und wenn sie sonst anständige Leute seien und vor allem keinen antisemitischen Neigungen huldigen, dann könne man solch einem Wanne ruhig seine Stimme geben". Dahingegen habe ich ausgeführt: Weil im Osten vielfach in den kleinen Städten bei völligem Verzichte auf die Täuflinge das notwendige Wenschenmaterial für den Dienst in der Öffentlichkeit nicht aufzutreiben wäre, deshalb ch Nr. 121 vom 27. Mai 1913.