Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 7 (Juni 1913)
- Article
- Zum 25jährigen Regierungsjubiläum Wilhelms II.
- Date
- 1913-06-01
- Page
- 296 (sequence 8)
- Language
- German
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296 Im deutschen Reich. Anspruch haben, uns noch in mancher Beziehung vorenthalten werden. Jedoch da „Recht Recht bleiben muß," und da „des Kaisers Tür alle Zeit einem jeden seiner Untertanen offen ist und er willig ihnen Gehör leihtl)", so setzen wir unsere Hoffnungen für die Zukunft auf den gerechten und vorurteilsfreien Sinn Wilhelms II. Erklärte er doch in der Thronrede vom 25. ^Iuni 1888 „Das oberste der Reichsgesetze bildet die Reichsverfassung,- sie zu wahren und zu schirmen, in allen Rechten, die sie . . . jedem Deutschen verbürgt, gehört zu den vornehmsten Rechten und Pflichten des Kaisers." Und im Schlosse zu Königsberg hören wir ihn (am 14. Mai 1890) in einer Erwiderung auf den Trinkspruch des Landtagsmarschalls Grafen Eulenburg-Prassen die Worte sprechen: „Der König von Preußen steht so hoch über den Parteien und über dem Getriebe des Parteihaders, daß Er, unentwegt auf jeden Einzelnen Seines Landes schauend, auch für das Wohl jedes Einzelnen . . . beflissen ist." — Wenn er am Schluß dieser Ansprache hinzufügt: „Sie müssen nur Geduld haben, wenn nicht alles sogleich geschieht," — nun an Geduld fehlt es uns nicht. Wir hoffen, daß die weitere Regierung unseres Kaisers uns von dem Gefühl der politisch Geschädigten - befreien "werde. Obdieser Tag nahe ist oder wir uns noch längere Zeit in Geduld fügen muffen, — jetzt und immerdar wünschen wir von Herzen, es möge der Kraft und Weisheit unseres Kaisers beschiÄen sein, auch fürderhin unserem Vaterlande im Wettkampf um die Güter des Friedens und der Gesittung die Palme zu erringen. Gott segne, erhalte und beschütze Wilhelm II.! * Glossen zur Zionisten-Resolution. Im zionistischen Zentralorgan „Die Welt" findet sich die ausführliche Wiedergabe einer Kritik der „Staatsbürger-Zeitung" über die den Zionismus betreffenden Verhandlungen der Hauptversammlung des Centralvereins. Die „Staatsbürger-Zeitung" schließt ihren Bericht mit der Bemerkung, der Standpunkt des Centralvereins sei antisemitisch im wahren Sinne des Wortes. „Die Welt" fügt hinzu: „Der Stil ist mangelhaft, aber man weiß, was gemeint ist, und man muß sagen, sehr richtig. Der Central» verein leistet mit seiner Zionistenhetze dem Antisemitismus die kostbarsten Dienste." Damals hatte die „Staatsbürger-Zeitung" folgendes noch nicht geschrieben: „Mit germanischer Ritterlichkeit anerkennen wir denn auch unsererseits, daß die grundlegenden Ideen der Zionisten uns als nationalbegründet undvernünftig ersch einen1 2 3).“ Und -»Die Zionisten sprechen offen über die internationalen Ziele des Judentums, die der Centralverein leugnet. Gerade aber infolg^essen muß die deutschvölkische Bewegung lebhafter denn je einsetzen, das weitere Vordringen des Judentums zu verhindernb)." 1) Aus des Kaisers Rede bei dem Festmahle in Königsberg am 6. September 1894. 2) Rr. 103 vom 4. Mai 1913. 3) Rr. 115 vom 20. Mai 1913.