Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 7 (Juni 1913)
- Article
- Zum 25jährigen Regierungsjubiläum Wilhelms II.
- Date
- 1913-06-01
- Page
- 289 (sequence 1)
- Language
- German
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Im deutschen Reich. Zeitschrift des keütrallrerelos deMer ötaatsbörgu jSdischev Slaubeor. GrTchefnt zwSlfm&l im Jakre. — ..:==^= Der „Central - Verein deutscher Staatsbürger indischen Glaubens" bezweckt, die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung zn sammeln, um sie in der tatkräftigen Wahrung ihrer staaisbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung sowie in der unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken. (§ 1 der Satzung des Vereins.) XIX. Iahrg. Berlin, Juni 1913. Nr. 7. Zum 25jährigen Regierungsjubiläum Wilhelms II. Von Prof. L. Graetz (Wolfenbüttel). Am Baum der Menschheit drängt sich Blut' an Blüte) Aach ewigen Regeln wiegen sie sich drauf; Wenn hier die eine matt und welk verblühte, Springt dort die andere voll und prächtig auf. (FreiligraLh.) Es war in den ersten Märzestagen des Jahres 1888. Aoch war die Aatur nicht zu neuem Leben erwacht, da war von dem Lebensbaum des deutschen Volkes eine Frucht matt und welk abgefallen, und von Trauer war das ganze Volk erfüllt. Das an Erfolgen reiche Leben des greisen Kaisers Wilhelm I. war zur Rüste gegangen. Gottes Ratschluß ließ schon nach 100 Tagen das deutsche Volk au der Bahre seines zweiten Kaisers stehen.. Ein eisiger Wind hatte die Blüte, die köstliche Früchte zu zeitigen verhieß, nicht zur vollen Entfaltung kommen lassen. — Wilhelm II. trat das Erbe seiner Väter an. Seit jenen Wochen und Monden sind 25 Jahre dahin gegangen, eine kurze Spanne Zeit für ein Volk, umfassend genug für das Leben eines einzelnen, um zu erkennen, welches Ziel er sich gesetzt, welche Mittel erzur Erreichung dieses Zieles angewandt, wie weit er sich, ihm schon genähert hat. Wem zum Bewußtsein gekommen ist, welche Verantwortung der zu tragen hat, dem das Schicksal eines Volkes anvertraut ist, der wird die Schwere der Aufgabe ermessen, die unserem Kaiser .gestellt war und gestellt ist. Wenn unser Vaterland in den letzten Jahrzehnten einen ungeahnten materiellen und kulturellen Aufschwung genommen hat, so war diese Entwicklung in erster Reihe nur dadurch möglich, daß Wilhelm II. nicht nach kriegerischen Lorbeeren gestrebt, sondern immer seine Macht und Einfluß eingesetzt hat, um Deutschland und Europa den Frieden zu erhalten. „Ich wollte nur/ sprach Wilhelm II. in Düsseldorf am Mai 1891, „der europäische Friede läge allein in Meiner Hand, FH würde jedenfalls dafür sorgen, daß er nimmer gestört ioiitbe“1). Dieses 1) Siehe auch Rede des Kaisers bei der Enthüllung des Kaiser- Friedrich-Denkmals in Bremen am 22. März 1905. Ber Reclam: Die Reden Kaiser Wilhelms II. 3. T. S. 212.