Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1913)
- Article
- Die Hygiene der Juden [Rezension]
- Date
- 1913-05-01
- Page
- 278 (sequence 3)
- Language
- German
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278 Im deutschem Reich. ordnung, die den notwendigen Flächeninhalt vorschrieb, war anscheinend vorhanden. Ebenso finden wir Vorschriften über die Beitragspflicht zur Wasserversorgung und erfahren endlich, daß „zu den Aufgaben der Stadtverwaltung die Sorge für billige Lebensmittel gehörte. Wer die Lebensmittel unberechtigterweise in die Höhe treibt, darf von der Behörde mit Geißelhieben oder anderen Mitteln bestraft werden." Die Hygiene der Juden in der Diaspora weist vielerorts, wie nicht anders zu erwarten, einen bedauerlichen Rückgang auf. Für Deutschland darf man einen entschiedenen Schritt zur Besserung in einem hochbedeutsamen Buch sehen, das ein Dr. Wolf im Jahr 1777 erscheinen ließ: „Von den Krankheiten der Juden, seinen Brüdern in Deutschland gewidmet." Besonders bezeichnend ist die Aufforderung zum Selbststillen, die Stellungnahme gegen den „Schlutzer aus Lumpen, Zucker und Brot" und die Warnung vor der verfrühten geistigen Inanspruchnahme der Kinder hervorzuheben. „Man muß die Kinder spielend aufwachsen und dabei so studieren lassen, daß ihre Seelenkräfte nicht mit ungestümen Lehren erschöpft werden. Die Kindheit muß spielend, die Jugend muß lachend sein." Von historischem Interesse ist die Abhandlung über die Wasserversorgung im alten Jerusalem, in der Baurat Fleischer dartut, daß man mit gutem Recht die Wasserversorgungsbauten Palästinas, insbesondere aber Jerusalems, den gleichartigen Schöpfungen der Griechen, Römer, Assyrer, Babylonier und Perser zur Seite stellen könne. Einen besonderen aktuellen Wert hat die ruhige und absolut sachlich-wissenschaftliche Art, in der Dr. Kallner in seinem Aufsatz „Einiges zur jüdischen Fleischhygiene" zur Schächtfrage Stellung nimmt. Die Abhandlung sei allen, Freunden und Gegnern zur eindringlichen Beachtung empfohlen. Vielleicht könnten auch die Damen Heymann und Dr. Augspurg daraus lernen, wie und wann man solche Fragen behandeln sollte. Endlich sei noch auf die die Hygiene der Juden rühmenden Auslassungen wissenschaftlicher Koryphäen aufmerksam gemacht und das Gesamtwerk trotz der geltend zu machenden Anstände dem Interesse der jüdischen Kreise angelegentlich empfohlen. Henr. Fürth. Die Juöen und bcx Freiheitskrieg 1813. Vortrag, gehalten am 3. März in der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, vom Stadtverordneten Or. jur. I. Levh. In markigen Zügen ist in diesem Vortrage geschichtstreu und ergreifend geschildert, in wie trostlosen Verhältnissen die preußischen Juden sich befunden haben, bevor das Edikt vom Jahre