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Im deutschen Reich · 1913-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1913) · p. 272

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1913)
Article
[Ohne Titel]
Date
1913-05-01
Page
272 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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272 Im deutschen Reich. uns nicht gerechtfertigt. Die Angelegenheit hat sich nachträglich in einem anderen Lichte insofern dargestellt, als, wie uns Herr Kommerzienrat Paul Gause mitgeteilt hat, das in Frage stehende Inserat ohne sein Wissen und ganz gegen seinen Willen von einem seiner Angestellten verfaßt worden ist. Herr Kommerzienrat Gause mißbilligte auch die von einem seiner Prokuristen Unterzeichnete Antwort, die auf unsere Anfrage eingegangen war und erklärte, daß er bereits Vorkehrungen getroffen habe, wodurch derartige unliebsame Vorkommnisse, die ganz im Gegensatz zu seinen sonstigen Anschauungen ständen, in Zukunft vermieden würden. Da uns von vertrauenswürdiger Seite mitgeteilt worden ist, daß Herr Kommerzienrat Gause auch einen jüdischen Vertreter beschäftigt und sich sogar durch eine Spende an dem Hilfswerk des „Hilfsvereins der deutschen Juden" beteiligt hat, so können wir den in der Briefkastennotiz der vorigen Nummer enthaltenen Vorwurf antisemitischer Gesinnung, soweit Herr Kommerzienrat Gause persönlich in Betracht kommt, nicht aufrecht erhalten. — Herr Rechtsanwalt Georg Peiser, Berlin, Markgrafenstraße 8, hat unserem Centralverein aus einer Privatklagesache 200 M. überwiesen, Frau Geh. SaniLatsrat Lina Marcuse in Charlottenburg uns durch Herrn Geh. Iustizrat Or. Eugen Fuchs eine einmalige Spende von 30 M. übermittelt, worüber auch an dieser Stelle dankend quittiert wird. — Am 3. April ist in Parchim in Anwesenheit des Magistrats und der Spitzen der anderen Behörden der im 88. Lebensjahre verschiedene Rentier Albert Elk au zu Grabe getragen worden, der bis zum Ende des Jahres 1912 dem Vorstand der dortigen Religionsgemeinde und seit 1895 dem Israelitischen Oberrate des Großherzogtums Mecklenburg angehörte. Ihm ist es zu danken, daß in der kleinen Gemeinde ein reges Interesse für alle jüdischen Angelegenheiten vorhanden und daß sie auch seit dem Jahre 1897 dem Centralverein korporativ angeschlossen ist, dem er selbst bald nach der Begründung beigetreten war und den er bis zuletzt als Vertrauensmann förderte. Der Centralverein wird diesem treuen Freunde stets ein dankbares Gedenken widmen. — Die Pension Bock-Wenzel, Inhaberin Fräulein Hermine Bock, in Bad Pyrmont hat auf ihrem neuen Prospekt den Vermerk „christliches Haus". Sie reiht sich also den in unserer Zeitschrift genannten Pyrmonter Pensionen, die Juden nicht aufnehmen wollen, an.

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