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Im deutschen Reich · 1913-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1913) · p. 247

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1913)
Article
Diskussion
Date
1913-05-01
Page
247 (sequence 24)
Language
German
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Dre Schachtfrage und dre Stellung des ^rauenkongresscs. 247 Aicraus ergibt sich die Stellung dcs Eentralvereins zu dcn Zienisten. Wir verlangen von unseren Mitgliedern nicht bloß die Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten, sondern deutsche Gesinnung und die Betätigung dieser Gesinnung im bürgerlichen Leben. Wir wollen die deutsche Judenfrage nicht international lösen. Auf dem Boden des deutschen Vaterlandes wollen wir als Deutsche an deutscher Kultur Mitarbeiten und unserer durch unsere Religion und unsere Geschichte geheiligten Gemeinschaft treu bleiben. Soweit der deutsche Zionist danach strebt, den entrechteten Juden des Ostens eine gesicherte Heimstätte zu schassen oder den Stolz des Juden auf seine Geschichte und seine Religion zu heben, ist er uns als Mitglied willkommen. Von dem Zionisten aber, der ein deutsches Rationalgefühl leugnet, sich als Gast im fremden Wirtsvolk und national nur als Jude fühlt, müssen wir uns trennen. Das Resultat wird mit lebhaftem Beifall begrüßt. Hierauf tritt um 2 Ahr die Frühstückspause ein. Geschäftsbericht und Diskussion. Rach der Frühstückspause erstattete der Syndikus, Herr Rechtsanwalt Dr. Holländer, den Geschäftsbericht über die Tätigkeit des Centralvereins. (Erscheint später ausführlich.) In der sich daran anschließenden Aussprache ergriff zuerst Herr RabbinerDr. Werner, München, das Wort, um über die Schachtfrage und die Stellung des Frauenksngresses zu referieren. Er betonte, daß die Tätigkeit des Eentralvereins für die Ehre des Judentums erfordere, das Schächten als ein Gebot der jüdischen Reilgion gegen verleumderische Angriffe zu schützen. Solche seien zwar von der Frauenstimmrechtskonferenz in München erfolgt, hätten jedoch wenig Bedeutung, da die Frauenvereine im Lande ausdrücklich erklärt hätten, dieser Resolution fernzustehen. Dagegen hätten die Führerinnen der Frauenbewegung, Fräulein Lida Gustava Heymann und Dr. Anita Augsburg, eine so leidenschaftliche Agitation gegen das Schächten eröffnet. An alle deutschen Frauenverbände, an zahlreiche einzelne Frauen und einflußreiche Persönlichkeiten seien Flugblätter versandt worden, in denen das Schächten gegen die Gutachten aller Rabbiner als keine religiöse Satzung bezeichnet werde. Diese Flugblätter seien von Fräulein Lida Gustava Heymann privatim unterzeichnet) nicht als Vertreterin irgendeines Frauenverbandes. Die Tätigkeit des Eentralvereins müsse sich gegen diese Flugblätter richten. Als GegenagitationsmitLel kämen in erster Reihe Gegenflugblätter in Frage, die dort hinzusenden seien, wo das Flugblatt des Fräulein Heymann verbreitet wäre. Es sei daher Aufgabe der Ortsgruppen, zu prüfen, ob in den in ihren Bezirken ansässigen Frauenvereinen die genannten Flugblätter des Fräulein Heymann verteilt worden sind, und darüber nach Berlin zu berichten. Frau H enriette Fürth, Frankfurt a. M., stellte darauf im Anschluß an die Ausführungen des Herrn Dr. Werner, München, noch einmal fest, daß die deutsche Frauenstimmrechtsbewegung von der Schächtagitation des Fräulein Hehmann völlig abgerückt sei, und daß die angeführte Propagandaschrift gegen das Schächten allein von Fräulein Heymann privatim verfaßt und verbreitet würde.

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