Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1913)
- Article
- Diskussion
- Date
- 1913-05-01
- Page
- 225 (sequence 2)
- Language
- German
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Diskussion. 22 o Worden sind, der Schlußsatz in Wegfall kommt: „Wir sind- Deutsche und bekennen uns als Juden", weil er etwas Selbstverständliches ist am Schluß einer solchen Resolution, die in ihrem ganzen Geist und Wortlaut dasselbe sagt. Deshalb ist dieser Schlußsatz überflüssig. Ls wird ferner von Herrn Rabbiner Or. Werner, München, beantragt, im dritten Absatz in der dritten Zeile hinter „und" das Wort „dabei" zu streichen, weil dieses Wort „dabei" von böswilliger Seite dahin ausgelegt werden könnte, als wenn es nebenbei bedeuten sollte. (Sehr richtig?) Daß dieser Sinn nicht hineingelegt werden darf und nicht beabsichtigt ist, ist ohnehin klar, aber durch die Streichung dieses Wortes kommt es noch deutlicher zum Ausdruck. Die Resolution wird deshalb so, wie sie vorliegt, vom Vorstand nur beantragt unter Streichung des Schlußsatzes und des Wortes „dabei" im dritten Absatz. Ich habe weiter mitzuteilen, daß von einer Reihe von Delegierten — an der Spitze steht der Rame des Herrn Dr, Bruno Weil, Straßburg — der Antrag gestellt worden ist, den Absatz 4 der Resolution dahin zu ändern: „Der Centralverein hält daher den Zionismus auf Grundlage des Baseler Programms für unvereinbar mit den Zwecken und Zielen, die in den Satzungen des Lentralvereins enthalten sind." (Bravo.und Widerspruch?) Wir tvetm in die freie Aussprache ein. Ls ist der Antrag gestellt worden, die Redezeit auf 10 Minuten zu beschränken. Ls sind bisher sechs Redner gemeldet, und ich zweifle nicht, daß noch eine reiche Zahl von Wortmeldungen eingehen wird. (Zuruf: Fünf Minuten.) Ich bemerke, daß jeder Antrag, der gestellt wird, damit eine geordnete Geschäftsordnung überhaupt denkbar ist, wie das im übrigen auch vorher angekündigt wurde, nicht durch Zuruf gestellt werden kann, sondern schriftlich ° vorliegen muß. Ls liegt bis jetzt allein der Antrag vor, die Redezeit auf 10 Minuten zu beschränken, und ich bitte diejenigen, die dafür sind, die Hand zu erheben. — Ich bitte um die Gegenprobe. — Der Antrag ist angenommen. Herr Professor Dr. Carl Lewin: Meine Herren? Am jeden Zweifel gleich von vornherein auszuschließen, bemerke ich, daß ich Mitglied der zionistischen Vereinigung bin. Ich möchte an die Spitze dessen, was hier gesagt Wird, doch ein klein wenig mehr das psychologische Moment gesetzt wissen, um erklären zu können, weshalb so große Gegensätze, wie sie Herr Geheimrat Fuchs geschildert hat, entstanden sind. Die äußerliche Feindschaft zwischen den beiden Organisationen, insbesondere hervorgerufen durch einzelne Aeußerungen irgendwelcher Art, kann nicht die einzige ErklärunZ für dieses Verhältnis bilden. Wenn wir uns die Psychologie derjenigen, die erklären, sie seien nur nationale Juden, deutsche Staatsbürger seien sie nur der rechtlichen Beziehung nach — ich spreche hier überhaupt von den westeuropäischen Juden —, vor Augen führen wollen, so muß doch folgendes berücksichtigt werden. Wir Westjuden alle insgesamt sind mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele mit dem Lande verknüpft gewesen und fühlen uns, wie das Herr Geheimrat Fuchs ausgeführt hat, ja auch noch mit ihm verknüpft, weil wir ja gar nichts anderes kennen als das Land, in dem wir auf gewachsen sind, in dem wir leben. Wir insbesondere, wir deutschen Juden, haben immer mit vollem Recht und mit vollem Bewußtsein betont, wir sind Deutsche, wir kennen gar nichts anderes, als daß wir Deutsche sind. (Zuruf: Ra also?) Ja, meine Herren, wenn es bloß