Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 4 (April 1913)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1913-04-01
- Page
- 184 (sequence 12)
- Language
- German
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134 Im deutschen Reich. Schüler und Schülerinnen über den Charakter der Lotterie aufgeklärt und veranlaßt würden, sich nicht daran zu beteiligen. — Der Redaktion des „Weltcouriers" Berlin 'W. hatten wir am 1. März mitgeteilt, daß eine im zweiten Februar. Heft der genannten Zeitschrift befindliche Bemerkung in dem Ausiatz „Hinter den Kulissen des Stierkampfes", in der behauptet war, daß das Töten des Tieres durch den haarscharfen Degen des Matadors sicherlich humaner sei als das noch im „heiligen Deutschland geduldete Schächten, einen großen Teil unserer Mitglieder verletzt habe. Die Redaktion hat uns darauf erwidert, daß die fragliche Bemerkung in dem Artikel von ihr vollständig übersehen worden sei, und daß sie in der Nummer vom 15. April eine von uns gewünschte Berichtigung veröffentlichen werde. — In einer Versammlung der Ortsgruppe Dresden des „Deutschen Vereins für Volkshygiene" hatte vor kurzem der Frauenarzt Dr. Otto Kaiser einen Vortrag über das „Zweikindersystem" gehalten und darin gesagt: „Bei uns erstreckt sich der Geburtenrückgang nur auf die Städter, darunter in der gleichen Weise auch auf die uns rassefremden Juden." Unsere Ortsgruppe Dresden hat auf unsere Veranlassung sich an die dortige Ortsgruppe des Vereins für -Volkshygiene mit der Bitte gewandt, sich darüber zu erklären, ob der Verein sich die Meinung des Herrn Dr. Kaiser zu eigen mache. Die Juden in Deutschland seien Deutsche wie ihre andern Mitbürger. Der Vorsitzende des Vorstandes des „Deutschen Vereins für Volkshygiene" in Dresden, Herr Bürgermei st er Dr. May, hat darauf erwidert: „Wir bedauern, daß durch den von Ihnen angezogenen Referat-Ausdruck unseres Herrn Referenten unbeabsichtigt eine Verletzung Ihrer religiösen Gefühle herbeigeführt worden ist und bestätigen gleichzeitig auf Wunsch, daß es sich hierbei lediglich um eine persönliche Ansicht des Herrn Redners, nicht etwa um eine solche unseres Vereins handelt, welcher bekanntlich satzungsgemäß lediglich die Förderung der Volksgesundheitspflege zur Aufgabe hat." — In dem vielgelesenen Buche des berühmten Stockholmer Physikers Svante Arrhenius „Die Vorstellung vom Weltgebäude", Leipzig 1908, fanden wir in einer kurzen Lebensbeschreibung von Spinoza die Behauptung, es sei von jüdischer Seite beabsichtigt gewesen, Spinoza durch Meuchelmord zu beseitigen. Wir haben deshalb Herrn Professor Arrhenius in Stockholm auf die Spinoza-Biographie des Professors Jakob Freudenthal in Breslau hingewiesen. Nach dieser sind die bezüglichen Berichte von Bayle und Eolerus durch v. d. Linde, Baltzer und Meinsma widerlegt worden, die übereinstimmend erklärt haben, daß die ganze Erzählung unwahr ist und wohl der Malerphantasie v. d. Spycks ihre Ent-