Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 4 (April 1913)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1913-04-01
- Page
- 183 (sequence 11)
- Language
- German
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Verrinsnachrichten. 183 Hinderung dieses Anfugs erfolgen kann. Wir bitten aus diesem Grunde, über derartige Verteilungen unverzüglich Nachricht an uns gelangen zu lassen mit der genauen Angabe des Datums und des Zuges, möglichst unter Namensnennung des Verteilers. — Im Anzeigenteil der Nr. 46 der „Deutschen Zeitung" vom 16. Februar d. I. stand nachstehende Anzeige: Rassenbund. Wer das Buch „W ennichderKaiserwä r'" gelesen und einem echt deutschen Bunde herzhafter ganzer Männer beitreten möchte, sende untenstehende Erklärung unter R. 100 an die Expedition. Gleich welcher Konfession, unbedingte Verschwiegenheit zugesichert. — Der Anterzeichnete erklärt, daß er, als auch seine Frau keinen Tropfen jüdischenBlutes in sich hat. Ort: Tag: Vor» u. Zuname: Stand: Daß in demselben Blatte auch Geschäftsanzeigen von Firmen stehen, deren Inhaber mehr als einen Tropfen jüdischen Blutes in sich haben, zeugt von der Vorurteilslosigkeit des. Verlages der „Deutschen Zeitung". Wenn es sich um gutbezahlte Inserate handelt, sind die Antisemiten stets vorurteilslos. — Im Briefkasten der „Staatsbürger- Zeitung" teilte kürzlich ein Herr W. G., Charlottenburg, einem Herrn F. R. in Berlin mit: „Ich habe neulich drei Antisemiten innerhalb von fünf Minuten aus Verächtern Herbert Eulenbergs zu restlosen Verehrern dieses Dichters gemacht, als ich ihnen mitteilte, daß er kein Jude sei." — Es wird uns mitgcteilt, daß der „D e u t s ch e S ch i l l e r - bund" zur Veranstaltung regelmäßiger nationaler Festspiele für die deutsche Jugend am Weimarischen Hoftheater in den letzten Tagen an sämtliche höheren Schulen Zirkulare versendet, in welchen er zur Beteiligung an einer sogenannten Bücherlotterie auffordert, deren Einnahme den Grundstock des Vermögens für den „Schillerbund" bilden soll. Vater der Idee ist der bekannte antisemi-, tische Literaturprofessor Adolf Bartels, der, wie aus dem Bücherverzeichnis hervorgeht, auf diese Weise den Versuch macht, seine und andere antisemitische Schriften in die deutsche Jugend zu verpflanzen. Es ist nämlich in dem Verzeichnis eine ganze Anzahl antisemitischer Schriften gefährlichsten Inhalts aufgeführt, so Einhart: „Deutsche Ge-, schichte", Bartels: „Deutsche Literaturgeschichte", „Einführung in die Weltliteratur", Böckel: ,Me deutsche Volkssage". Diese Bücher sollen in 100 resp. 500 Exemplaren verlost werden. Eharakteristisch ist die Weglassung von Heine in der Klassikerbibliothek. Es wäre dringend angebracht, daß