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Im deutschen Reich · 1913-04-01 · Heft 4 (April 1913) · p. 146

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 4 (April 1913)
Article
Sanitätsrat Stilles "Kampf gegen das Judentum"
Date
1913-04-01
Page
146 (sequence 2)
Language
German
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146 Im deutschen Reich. macht hat.*) Das aber scheint uns unzweifelhaft, daß auf vornehm und edel denkende Naturen das bloße Wiederkäuen längst widerlegter antisemitischer Verleumdungen und brutaler Hetzereien widerwärtig wirken muß und keinen vorurteilsfreien Mann zum Judengegner machen kann. Hingegen ist es nicht ausgeschlossen, daß die beständige Wiederholung von Unwahrheiten, wenn sie ohne Widerlegung bleiben, in den Kreisen, die gedankenlos jedem Schreier Nachläufen, schließlich als Wahrheiten Geltung findet und Leute gegen die Juden aufreizt, die diesen bisher gleichgültig gegenüberstanden. Es verdient auch Beachtung, daß durch Schriften wie „Der Kampf gegen das Judentum", uralte Schlag. Worte bei denen aufgeftischt werden, die stets auf die schlimmsten Instinkte der Massen, Eifersucht, Argwohn, Neid und Haß, spekulieren, um ihre eigene Schuld an dem Elend zu vertuschen und den gerechten Zorn auf die Juden abzuwälzen. Die neue Aufiage des Stilleschen Werkes enthält nichts wesentlich Neues und das wenige Neue müßte Leute mit guter Geistes- und Herzensbildung abstoßen. Wir widmen dem Buche Stilles nur deshalb eine längere Betrachtung, damit unsere Freunde sehen, mit welchen Waffen man uns bekämpft, und damit in unseren Reihen die Ueberzeugung gefestigt wird, wie notwendig Eintracht ist äußeren Feinden gegenüber, die in zähester, beharrlichster Weise den „Kampf gegen das Judentum" teils *) Bei der Versendung des Stilleschen Buches war, wie wir nachträglich erfahren, ein Zettel beigelegt, in dem u. a. folgendes gesagt ist: „Von diesem Buche sind 10 000 Stück an gebildete Volksgenossen gesandt worden. Die Mittel dazu wurden aufgebracht von Männern, die ihr Volk geliebt haben. — Wenn Ihnen vielleicht Einzelheiten in dieser Schrift weniger gefallen sollten, so wollen Sie bedenken, daß sie nicht von einem politischen Schriftsteller kommt, sondern von einem Manne aus rastloser, segensvoller Tätigkeit im ärztlichen Berufe, der sein Herz» seine Sorge und Angst deutschen Brüdern und Schwestern offenbaren wollte. Der Verfasser selbst — und nur er allein — möchte für den Inhalt dieser Schrift verantwortlich sein. — Möchten Sie an unserer Aufklärungsarbeit teilhaben und uns in den Stand setzen, noch mehr dieser Bücher zu versenden, so sind uns Geldbeiträge für diesen Zweck sehr willkommen. Wir haben den Mut zu glauben, daß nach und nach Zehntausend« guter Schriften, in deutsche Hände gelegt, eine groß« völkisch« Gemeinde erwecken und zu gemeinsamer Tat aufrufen werden. Täuschten wir uns aber» lehnten Sie dieses Buch ab, so dürfen wir Sie. wohl bitten, es an uns zarückzuschicken; die verursachte Müh« bitten wir freundlichst zu ^entschuldigen:*

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