Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 3 (März 1913)
- Article
- [Ohne Titel] / A. Li-.
- Date
- 1913-03-01
- Page
- 132 (sequence 2)
- Language
- German
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132 Im deutschen Reich. sondere an die Landesverbände unb Ortsgruppen, das dringende Ersuchen, in den politischen und kommunalpolitischen Organisationen gegen die Kandidaturen von Täuflingen zu wirken. — Mit welchen Mitteln versucht wird, die öffentliche Meinung über die rituelle Schlachtmethode irre zu führen und letzten künstlich zu einer Tierquälerei zu stempeln, zeigt nachstehendes Vorkommnis, das allgemein bekannt zu werden verdient: Am 4. Februar ließ im Viehhof der Elberfeld benachbarten Stadt Lennep der Schlachthofdirektor Klein in Gegenwart des Sanitätsrats Dr. R a m d o h r aus Leipzig (beide Herren sind durch ihre Agitation gegen das Schächten bekannt) Probeschlachtungen nach Art des rituellen Schächtens vornehmen. Die benachbarten Sachverständigen, so z. B. die Schlachthofdirektoren von Cöln, Elberfeld und anderen Städten, hatten hierzu Einladungen erhalten. Ein jüdischer Viehhändler aus Lennep, der bei den Vorgängen auf dem Schlachthofe zugegen sein wollte, wurde hinausgewiesen. Es sollte festgestellt werden, daß die Tiere nach der Schlachtung sich noch erheben und etwas gehen können. Es wurde aber nicht etwa ein geübter Schächter mit der Schlachtung betraut, sondern ein christlicher Metzger, ebensowenig wurde ein einwandfreies Messer, wie es für das Schächten notwendig ist, in Anwendung gebracht. Endlich wurden den Tieren sofort nach erfolgtem Halsschnitt die Fesseln von den Füßen gelöst. Die unausbleibliche Folge war dann auch, daß zwei von den geschlachteten Tieren sich erhoben und ein wenig gingen, um dann zusammenzubrechen. Die Vorgänge wurden auf einem Film fest gehalten. Daß der Hergang sich so, wie hier geschildert, zugetragen hat, kann einwandfrei nachgewiesen werden. Der auf so unzulässige Weise hergestellte Film soll offenbar zur angeblichen Aufklärung des Publikums verwendet werden, während er nur zu dessen Irreführung dienen kann. Reberall, wo dieser Film zur Aufführung gelangt, sollte für die weiteste Verbreitung unseres Berichts über die wirklichen Hergänge Sorge getragen werden.