Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 3 (März 1913)
- Article
- Gedanken zur Judenfrage
- Date
- 1913-03-01
- Page
- 120 (sequence 4)
- Language
- German
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120 Im deutschen Reich. es auch unter uns — was ja kein Geheimnis ist — viele geben, welche nichts weniger als liberale Parteifanatiker sind, welche sogar innerlich große Sympathie für konservative Grundsätze haben. Wir müssen sie bekämpfen, weil das unsere Selbstachtung, unsere Mannesehre fordert, und ebenso unsere Pflicht gegen das Vaterland, dessen wahre, dauernde Interessen aus das schwerste gefährdet werden, wenn das Fundament jeden Staatswesens, die Gerechtigkeit gegen alle, die Heiligkeit seiner Grundgesetze, durch eine Politik des Unfriedens, des Klassen- und Rassengegensatzes erschüttert wird! Man gebe uns endlich Gerechtigkeit, man beweise auch uns gegenüber die deutsche Treue gegen historische und verfassungsmäßige Versprechungen — dann wird mit einem Schlage die Erscheinung beseitigt sein, daß die deutschen Juden fast immer in den Reihen der Gegner der konservativen Partei zu finden sind, dann wird es bei uns genau so wie in England sehr viele Juden geben, welche mit zu den besten Stützen der konservativen Partei gehören. Die pfälzische Woche. Die Fortschritte, welche die Sache unseres Vereins seit dem Bestehen des vor zirka zwei Jahren gegründeten Landesverbandes in dem Gebiete der Rheinpfakz zu verzeichnen hat, sind recht erfreulich. Die Zahl der Mitglieder ist seit dieser Zeit stets gewachsen, und eine Reihe eifriger Ortsgruppen und emsiger Vertrauensmänner werden eine sichere Organisation und eine günstige weitere Entwicklung gewährleisten. Ein Markstein in dieser Richtung war die am 9. 'Februar 1913, nachmittags 3 Ähr zu Landau im Hotel Schwan abgehaltene, von Hunderten pfälzischer Juden besuchte Versammlung, die sich der Verbandsversammlung anschloß. Der Vorsitzende des Landesverbandes, Mathematiker Koburger-Ludwigsh äsen, eröfsnete mit warmen Worten der Begrüßung die Versammlung. Er gedachte des Verlustes, den Bayern in dem letzten Jahre durch das Ableben des Prinzregenten Luitpold erlitten hat, und gab dem Gefühle der Treue Ausdruck, mit dem auch wir dem neuen Regenten anhängen. Sodann erteilte er das Wort Herrn Rechtsanwalt Dr. Holländer-Berlin zu seinem Vortrage: „Wirtschaftlicher Antisemitismus". Er gab ein anschauliches Bild von dem Wesen der Gefahren und der Bekämpfung des wirtschaftlichen Antisemitismus. Stürmischer Beifall bewies die Wirkung seiner mit einem begeisterten Aufruf schließenden Ausführungen. Mit lebhaftem Beifall begrüßt, bestieg sodann Herr Reichstagsabgeordnetm'