Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 3 (März 1913)
- Article
- Wiederum eine Antwort
- Date
- 1913-03-01
- Page
- 111 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Erwiderung auf diese Antwort. NI Reihe von Leuten entschieden werden, daß die Nitualmo rdb es Huldigung ein Märchen des Wahnes, eine -abergläubische Sache sei. Außerdem mußten die Herren wissen, daß es Pflicht jedes Gebildeten ist, nicht in ein schwebendes Gerichtsverfahren einzugreifen. Sie haben sich trotzdem zu ihrem Einspruch bewegen lassen, und die Schuld an der Sache trifft natürlich jene jüdischen Kreise, welche ihren Einfluß auf die „Intelligenz" in solcher Weise nützten. Sie haben den begreiflichen Irrtum anderer genützt, um damit einen Damm gegen die Erforschung der Wahrheit aufzurichten. Ich kann auf weiteres hier verzichten, denn einigen werden wir uns nicht. Ich werde weiter kämpfen, wie es mir Gewissenspflicht ist, wenn auch nicht in der Art meines Gegners vr. Goldmann, und bitte weder um Verständnis für mein Lun, noch um Nachsicht. P h. Staufs. Die Erwiderung auf diese Antwort. Von Dr. Felix Goldmann-Oppeln. Herr SLauff hat sich also getroffen gefühlt, und er empfindet das Bedürfnis, sich zu rechtfertigen! Daß ich ihn nicht, wie er glauben machen will, beleidigt habe, ist selbstverständlich. Wäre das der Fall, so hätte er den Weg zum Strafrichter schon längst gefunden. Seine Art der Verteidigung ist nun für die antisemitische Denkweise und Taktik ein geradezu hervorragendes, ganz charakteristisches Schulbeispiel, und nuraus diesem Gesichtspunkt heraus muß es verstanden werden, wenn der Centralverein seinen Mitgliedern die Ausführungen Stauffs nicht vorenthalten will, und wenn auch ich mich nochmals mit Herrn Stauff beschäftige. Dreierlei hatte ich Stauff in meinem Artikel vorgeworffen. Zunächst, daß er in jüdischen Dingen fast völlig unwissend sei, ferner, daß er nicht mit der Offenheit und mit den Waffen kämpft, die wahrhaft deutscher Art entsprechen, und zum dritten, daß er, st alt sachliche Argumente zu bringen, das Judentum beschimpfe! Nach der Lektüre seiner Erwiderung kann ich nur bemerken, daß ich begründeten Anlaß habe, jene Vorwürfe in verstärktem Maße zu wiederholen, ja, daß ich sie noch durch einen vierten, weit schwerer wiegenden vermehren muß. Die Ausführungen erweisen nämlich, daß Herr Stauff — um mich ganz milde auszudrücken — es b ei seinen Behauptungen an der erforderlichen wissenschaftlichen Vorsicht. Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit durchaus fehlen läßt! Zunächst zu Stauffs Unkenntnis in allen jüdischen Dingen! Daß er sich die aller elementarste Kenntnis der äußeten Angelegenheiten des Judentums aus der Erwiderung eines Gegners geschöpft hat, ist ein Zugeständnis, das in seiner Naivität Bände spricht. Geradezu köstlich ist auch das Eingeständnis über den Talmud. Stauff leitet nämlich seine Berechtigung, in Talmud fragen mitsprechen zu dürfen, daher, daß er — die deutsche Talmudanthologie von Szentesh (ein Machwerk übrigens, dem hoffentlich von wissenschaftlicher Seite bald die verdiente Würdigung zuteil werden wird) aber auch die nur „eum §rauo salis“ zu lesen vermag. Man übertrage das Bild auf eine andere Wissenschaft und stelle sich einen Menschen vor, der in die Mathematik Hineinreden will, ohne