Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 3 (März 1913)
- Article
- Professor Dr. Julius Goldsteins Kritik meines Kunstwart-Aufsatzes
- Date
- 1913-03-01
- Page
- 97 (sequence 1)
- Language
- German
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Im deutschen Reich. mmwt des keutMerelas nestlet ölllatsbörger WWea Slasbess. Srfcheuit zvqolfwal im Jahre. Der „Genua! - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" bezweckt, die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung zu sarnrneln, um sie in der tatkräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung sowie in der unbeirrten Pstege deutscher Gesinnung zu bestärken. (§ 1 der Satzung des Vereins.) XIX. Fahrg. Berlin, März 1913. Nr. 3. Wir haben uns entschlossen, Herrn vr. Moritz G o l d - stein in Friedenau, eine Veröffentlichung in unserer Zeitschrift zuzugestehen, trotzdem dies uns nicht unbedenklich schien, einem Verfasser gegenüber, der durch jeine von un§ bereits gewürdigten Ausführungen im „Kunstwort" dem Antisemitismus (siehe auch Bartels-'Akademiker-VersammLung) überreiche Nahrung zugeführt hat. Gleichzeitig geben wir aber Herrn Professor Dr. Julius G oldster n in Darmstadt Gelegenheit, sich in kurzen Worten zu -:r Replik zu äußern. Die Redaktion. Professor Dr. Fulius Goldsteins Kritik meines Kunstwart-Aufsatzes. Von Dr. Moritz Goldstein. Die Redaktion dieser Zeitschrift gibt mir auf meine Bitte Gelegenheit, auf die hier*) erschienene Kritik meines Kunstwartaufsatzes zu erwidern. In dieser Verteidigung, und zwar vor denselbell Lesern,' die den Angriff kennen gelernt haben, fühle ich mich verpflichtet und begrüße daher das Entgegenkommen dieses Blattes mit Dankbarkeit. Denn es kann mir nicht gleichgültig sein, wenn meine für Juden bestimmten nnd ausdrücklich an sie gerichteten Ausführungen vor einer großen Zahl von ihnen dadurch diskreditiert werden, daß ein Mann, den noch dazu die Autorität eines ehrenvollen Titels und eines öffentlichen Lehramtes unterstützt, mich fortwährend mißversteht. Diese Mißverständnisse und die daraus gezogenen Folgerungen will ich widerlegen. Daß ich im übrigen nicht versuchen werde, meinen Gegner von der Berechtigung des Rationaljudentums zu überzeugen, das bin ich schon dem Organ schuldig, das mir hier Gastfreundschaft gewährt, ganz abgesehen davon, daß ein solcher Versuch ebenso aussichtslos wäre wie der meines Gegners, meinen Zionismus zu widerlegen, es gewesen ist. Der Kritiker beginnt mit der Feststellung, daß mein Aufsatz weitgehende Beachtung in der antisemitischen Presse gefunden habe. So? Irr der antisemitischen? Ich halte das für eine jener Lichtenbergischen gefährlichen Anwahrheiten, die er mir wiederholt glaubt vorwerfen zu können, Der Aufsatz ist in der gesamten Presse, *) Oktober 1912.