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Im deutschen Reich · 1913-02-01 · Heft 2 (Februar 1913) · p. 74

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 2 (Februar 1913)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1913-02-01
Page
74 (sequence 8)
Language
German
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74 Im deutschen Reich. vom Hansabund, deren Vorfahren einst in Palästina gewohnt hätten. Aus der Zeit der Junkerherrschaft seien wir leider heraus und dafür unter die Herrschaft der Juden gekommen. — Von einer solchen Herrschaft ist in Preußen keine Spur zu finden, wohl aber manche sehr tiefe Spur o st e l b i s ch e n Agrarier- Regiments, die sehr übel empfunden wird. Die Versuche, diese Herrschaft mit antisemitischen Trabanten durch Fronde und Revolutions-Drohungen aufrecht zu erhalten, beweisen nur. daß die Rückschrittler, wie immer, nichts gelernt und nichts vergessen haben. .X. L. * Korrespondenzen. sä Berlin, 23. Januar. Wie uns nachträglich aus Worms berichtet worden ist, hat der Reichstagsadgeordnete Matthias Erzberger in einer dort im Oktober abgehaltenen Zentrumsversammlung berichtet, es seien zwei katholische Studierende, die in einer Dachkammer in Berlin ein armseliges Dasein fristeten, wegen ihrer Zugehörigkeit zum Orden Jesu ausgewiesen worden, wahrend sich osteuropäische Studenten jüdischen (Glaubens alles Erdenkliche erlauben könnten, ohne daß ihnen jemand Schwierigkeiten mache. Wenn auch diese Aeußerung wahrscheinlich nur die Anwesenden zu einer Stellungnahme zum Iesurtengesetz veranlassen sollte, war sie doch jedenfalls sehr geeignet, die Zuhörerschaft gegen die Juden aufzureizen. Die Mehrheit der Anwesenden mußte durch die von dem Redner behauptete Bevorzugung weit mehr erbittert werden als durch die Ausweisung der beiden Jesuiten, wenn diese ihnen auch als eine Zurücksetzung der katholischen Kirche dargestellt wurde. Diese Entgleisung des ZentrumZmitgliedes ist sehr bedauerlich, denn auf diese Weise geht das Zentrum immer mehr von seinen besseren Traditionen ab. Der Vorfall ist aber ein neuer Beweis dafür, daß selbst dort, wo der Antisemitismus nicht Selbstzweck ist, er immer noch als Mittel gilt, andere Zwecke auf Amwegen zu fördern. — Der im Verlage von Herder in Freiburg i. B. erscheinende Sonntagskalender für die Katholiken für das Jahr 1913 enthält nachstehende antisemitische Mahnung: „Ja, da bringst du mich noch auf etwas, das zum Gerechteinkaufen gehört. Man soll immer zu dem ger;cu, der einem am nächsten ist. And das ist für den Christen der Christ und für kleine Leute der Mittelstand. Besonders auf die hohen Feste soll man seine Einkäufe auch in erster Linie bei ihnen machen. Denk nur, wie das weh tut, wenn der christliche Geschäftsmann sehen muß. wie du die Lichtlein für das Krippelecheim Juden kaufst und

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