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Im deutschen Reich · 1913-02-01 · Heft 2 (Februar 1913) · p. 57

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 2 (Februar 1913)
Article
Beiträge bürgerlicher Gemeinden zu Kultuszwecken
Date
1913-02-01
Page
57 (sequence 4)
Language
German
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?>ie Begründung des L^ndcsvcrbandcs nsw. war seitens der gemeinsamen Kommission des Verbandes der Deutschen Juden und des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes in ihrem Entwurf eines Verfassungsgesetzes § 114 Abs. 3 vorgeschlagen worden für alle bürgerlichen Gemeinden, in denen eine Beitragszahlung an christliche Kirchen ans Kommunalmitteln erfolgt. * Die Begründung des Landesverbandes für die Provinz Posen. Ein lange erwogener und schon oft in Angriff genommener Plan ist in die Dat umgesetzt: wir haben seit dem 12. Januar 1913 einen Landesverband für die Provinz Posen. Jetzt, wo das Werk geschehen ist, wo man sich einmütig über die unbedingte Notwendigkeit der Gründung einer geschlossenen Provinzial-Organisation gerade für die Provinz Posen klar geworden ist. wundert man sich um so mehr, daß gerade in unserer Brovinz die Arbeit bisher der einheitlichen Organisation entbehren konnte. Gerade in unserer Provinz gibt es leider überaus reichliche und besonders schwierige Arbeit zu leisten. Sind es doch in der Provinz Posen gerade die Juden, die, inmitten des immer heißer tobenden Nationalkampfes, in jeder Beziehung, wirtschaftlich, gesellschaftlich und nicht zum wenigsten auch politisch, sich in außerordentlich mißlicher Lage befinden und durch die Not der Verhältnisse gezwungen werden, scharenweise die ihnen und ihren Vorfahren liebgewordene Heimat, die Stätte ihrer beruflichen Arbeit und ihres gemeinnützigen Wirkens zu verlassen, um sich an gastlicheren Orten eine neue Lebensstellung und ein neues Heim zu begründen. Man ist sich heute allerorten darüber klar, daß der nationale Kampf in unserer Provinz auf Kosten der Juden ausgetragen wird, obwohl sie sich gerade in uneigennützigster Weise als besonders zuverlässige Vertreter des Deutschtums (freilich nicht des chauvinistisch-hakatistischen) erweisen. Hier in der Provinz Posen handelt es sich also mehr als anderwärts um die allgemeine große Frage: Wollen wir wirklich wehrlos mit ansehen, daß wir um unseres Judentums willen von Haus und Herd verdrängt werden, oder wollen wir nicht vielmehr vereint alle Kräfte einsetzen, um in tatkräftigem Zusammenwirken den unheilvollen Erscheinungen der letzten Jahrzehnte nach besten Kräften zu steuern? Gewiß verkennen wir nicht, daß inmitten des großen nationalen und wirtschaftlichen Kampfes in unserer Provinz das immer kleiner werdende Häuflein der Juden nicht in der Lage sein wird, der Entwicklung der Dinge bestimmend in den Weg zu treten. Aber andererseits ist nicht zu vergessen, daß wir in unserem Bestreben, den von ehrlichem Patriotismus erfüllten

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