Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1913)
- Article
- Kattowitz
- Date
- 1913-01-01
- Page
- 39 (sequence 18)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 39 kein Zweifel möglich ist — dem Rufe des Vaterlandes, wenn cs in Gefahr ist, freiwillig folgen, wie sie es in früheren Zeiten getan haben. Dr. I. L. * -- Im Anschluß an unsere in der Dezembernummer erschienene Notiz über die Verteilung antisemitischerFlugschriften auf den Eisenbahnen machen wir unsere Mitglieder ganz besonders auf die von dem Eigentümer des „Kölner Hofes" in Frankfurt a. M., Hermann Laaß, verteilten Reklamezettel antisemitischen Inhalts in Form von Eisenbahnfahrkarten und gummierten Zetteln aufmerksam. Da diese Zettel in Unmengen in den westlichen Provinzen verteilt werden, bitten wir besonders, auf die Verbreiter zu achten und durch das Bahnpersonal ihre sofortige Feststellung herbeiführen zu lassen. Die Beamten sind angewiesen, diesbezüglichen Ersuchen Folge zu leisten. * — Für die neue Krüppelheilanstalt in Königsberg sind am 18. November durch ein Inserat in der „Hartung'schen Zeitung" „drei christlich gesinnte Mädchen für Haus¬ und Küchenarbeit und Wäsche" gesucht worden. Da für das Zustandekommer dieser Heilanstalt außerordentlich viele Beiträge von jüdischer Seite gespendet worden sind und jüdische Damen hervorragend mitgewirkt haben, hat diese Anzeige vielfach verstimmend gewirkt.. Der Leiter der Anstalt, die allen Konfessionen zugute kommen soll, Professor Dr. Hoestmann, hat sich über die von dem „Krankenhaus der Barmherzigkeit" selbständig verfaßte Annonce nachträglich sehr unwillig geäußert, die „Barmherzigkeit" aber darauf versichert, bei der Abfassung an die konfessionellen Unterschiede, nicht gedacht zu haben, und bedauert, dadurch Anstoß erregt zu haben. * — Verschiedene Mitglieder unseres Vereins, die Abonnenten der Zeitschrift „Hilfe" sind, haben sich dadurch belästigt gefühlt, daß ihr kürzlich eine Beilage beigefügt war, in der das Buch des Antisemiten Phil. Stauff „Das deutsche Mehrbuch" empfohlen wird. Der Buchverlag der „Hilfe" «Fortschritt", dem wir dies mitgeteilt haben, erwiderte uns, der Prospekt des bisher nicht antisemitisch hervorgetretenen Verlages von A. Ziemsen sei ihm nicht bekannt gewesen und von der Anzeigenabteilung des Verlages nicht als politisch anstößig befunden worden. Wissentlich habe die „Hilfe" antisemitische Prospekte und Anzeigen niemals ausgenommen. Um ähnlichen Versehen vorzubeugen, seien Vorkehrungen getroffen, die der