Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1913)
- Article
- Der Kreisarzt und die Ostmarkenzulage
- Date
- 1913-01-01
- Page
- 12 (sequence 3)
- Language
- German
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12 Im deutschen Aeich. diejenigen Kandidaturen ausscheiden wollen, die an sich keine Aussicht hatten. Daher die Frage, die gar nicht so schlimm gemeint war, und auch nur von Ihnen, Sie sind nicht der einzige, dem ich sie vorgelegt habe, so schlimm aufgefaßt ist. Nun habe ich wieder einen Beweis mehr, daß es nicht gut ist, mehr zu tun, als man gerade muß. Ich wollte der Arztkalamität in Altkirchau abhelfen und habe mir dabei gründlich die Nase verbrannr. lind dabei mag meinetwegen ein Hottentotte dort die Praxis übernehmen, wenn er nur tüchtig ist. Ihren freundlichen Brief werde ich mir zum Andenken aufbewahren. Daß ich alter Mann einmal aus meinem Heimatlande so beschimpft werden würde, habe ich mir auch nicht träumen lassen. Do. Bremer." Der Vorstand des Centralvereins richtete eine VeschwerdeandenRegierungsprasidenten inDanzig über den Medizinalrat und Kreisarzt Dr. Bremer in Bereut. Wir wiesen darauf hin, daß das erste Schreiben des Kreisarztes in höchstem Maße gegen Gesetz und Verfassung verstoße, da der Staatszuschuß (O st m a r k e n z u t a g e) als eine Aufwendung aus öffentlichen Mitteln ohne Unterschied der Konfession zur Verteilung gelangen müsse und die Besetzung der öffentlichen Aemter nicht vom Glaubensbekenntnis abhängig gemacht werden dürfe. Wir betonten, daß der Brief außerdem eine äußerst gröbliche Beleidigung der Staatsbürger jüdischen Glaubens darstelle, da ihnen deutlich vorgeworfen werde, daß in ihrer Glaubenszugehörigkeit Zweifel an ihrer vaterländischen Gesinnung begründet seien. Wir beantragten, den Medizinalrat Dr. Bremer auf das Unzulässige seines Vorgehens aufmerksam zu machen und ihn zu einer gebührenden Entschuldigung Herrn Dr. Lemberg gegenüber anzuhalten. Wir erhielten folgenden Bescheid: Der Regierungspräsident. Danzig, den 5. Nov. 1912. Auf die Schreiben vom 26. und 30. Oktober 1912. Gegen den Kreisarzt, Medizinalrat Dr. Bremer, früher in Berent, der am 1. d. Mts. nach Angerburg versetzt ist, ist seinerzeit das Geeignete veranlaßt worden. 8. Umschau. N ichts kann stehenden die unerquickliche Lage, in der sich die rechts» Parteien in Deutschland befinden, besser kennzeichnen als der neue Beschluß des konservativen Parteivorstandes, „in der dr« Indenfrage behandelnden Fassung des