Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1912)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1912-12-01
- Page
- 566 (sequence 3)
- Language
- German
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566 Im deutschen Reich. sie orthodoxe Juden zu tragen pflegen, desgleichen auf dem Siegesmonumenr Asserhaddons bei einem König von Sidon. Bei Ramses II. von Aegypten, der von einer hetitischen Mutter abstammt, findet man dieselbe Hakennase und Schädelbildung, die uns heute noch bei den Beherrschern der Reger im Herzen Afrikas begegnet. Es zeigt sich also ein Zusammenhang nicht nur räumlich, sondern auch anthropologisch zwischen der semitischen und der großen chamitischen Gruppe, deren ältester Vertreter der ägyptische Zweig ist. Zu diesen zwei Gruppen kommt als dritte die indogermanische. A l l e n dreien i st g e m e i n - sam, daß sie ein grammatikalisches Geschlecht haben. Reste der Arrassen, die vor den Semiten in Vorderasien gesessen haben, finden sich als sogenannte alpine Rasse auch in vereinzelten Gemeinden in abgelegenen Gebirgstälern Savoyens, Graubündens und Tirols. Auch sie weist dieselben Züge auf wie die Juden, Griechen und Türken: extrem kurze Schädel und große Rasen. Am Schluß legt der Redner seine persönliche Auffassung dar von der Zukunft des Judentums. Sie geht nach ihm parallel mit der Zukunft der großstädtischen Bevölkerung in Westeuropa. So wie letztere durch Schwindsucht, Alkoholismus und Syphilis dezimiert werde und nur selten eine Familie vier oder fünf Großstadtgenerationen überdauert, würde es auch den Juden ergehen. Je mehr sie sich von Ghetto entfernen, um so mehr verändern sich ihre sozialen, ethnologischen und rassenhygienischrn Eigenschaften. Der echte Ghettojude ist fast immer gegen die genannten Seuchen gefeit, während der moderne Jude wie der Großstädter im allgemeinen durch sie verloren geht. Der Zionismus entstammt nach Luschan demselben fanatischen Hochmut, der den Antisemitismus kennzeichnet. Er wurzele in dem Denkfehler, daß eine unüberbrückbare Kluft zwischen Ost und West bestehe. Auch der von den Antisemiten erfundene Unterschied zwischen Deutschen und Juden bestehe in Wirklichkeit nicht. Beide haben gemeinsame große Aufgaben zu erfüllen, die nur Schulter an Schulter, nicht aber im Kampfe gegeneinander gelöst werden könnten. Inzwischen aber erkennt in der Gegenwart der gebildete Europäer in seinem jüdischen Mitbürger nicht nur den lebendigen Zeugen und Erben einer uralten und ehrwürdigen Kultur, sondern achtet, schätzt und ehrt ihn als besten und treuesten Mitarbeiter und Streitgenossen im Kampfe um die höchsten Gütender Erde, im Kampfe um den Fortschritt und die geistige Freiheit!" Rachdem sich der äußerst lebhafte Beifall gelegt hatte, dankte der Vorsitzende, Herr Iustizrat Dr. Horwitz, dem Redner für seine Ausführungen, wenn man auch seinen Schlußfolgerungen nicht in vollem Ilmfange beistimmen könne.