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Im deutschen Reich · 1912-12-01 · Heft 12 (Dezember 1912) · p. 557

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 12 (Dezember 1912)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1912-12-01
Page
557 (sequence 6)
Language
German
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Korrespondenzen. 557 Zeitung" äußerte sich darüber, daß ihr das Wort des jüdischen Abgeordneten besser gefallen habe. Mit solchen Inden werde es sich jederzeit gut anskommen lassen. Da aber Juden, die glaubenstren, pietätvoll und zugleich nationaldeutsch sind und naturgemäß auch die Glaubenstreue und Pietät nationalgesinnter Christen achten, sehr dünn gesät seien, könne man nur wünschen, daß die Mahnung des Abg. I)r. Haas in weiteren jüdischen Kreisen beachtet werden möchte. Danach ist die ^Kreuz- Zeitung" noch immer nicht von ihren Vorurteilen geheilt; denn solche Gesinnungen, wie sie ihrer Meinung nach selten sind, werden im Centralverein stets gehegt und gepflegt und von im~ zähligen deutschen Juden so betätigt, daß es nur die, welche nicht sehen und nicht hören wollen, bezweifeln können, daß dem deutschen Juden nichts höher steht als Glaubenstreue und Vaterlandsliebe. A. L. ❖ Korrespondenzen. A Berlin, 25. November. Ls ist außerordentlich bedauerlich, wenn liberale Blätter aus Versehen antisemitische Artikel abdrucken, die den Tatsachen widersprechende Sachdarstellungen enthalten. Die „Neue Badische Landeszeitung" hat in einem solchen Falle nachträglich ihr Bedauern über du solches Vorkommnis ausgesprochen und zugestanden, daß ihr ein Kuckucksei ins Nest gelegt worden sei. Wir nehmen an, daß dies auch bei der Zeitschrift für Land-, Haus- und Gartenwirtschaft, „Schwäbischer Landwirt", der Fall gewesen ist, die Mitte Oktober eine entschieden antisemitische Notiz mit der Spitzmarke „A it wenwendetsich derBa u e r in Geldverlegenheit?" abgedruckt hat. Die Art, wie dort die Spar- und Darlehnskassen empfohlen werden, erinnert lebhaft an die seinerzeit von I)r. Böcke! in Szene gesetzte antisemitische Agitation für die Naiseisenkassen, die tatsächlich öeu Antisemitismus mehr gefördert hat als die landwirtschaftlichen Verhältnisse. Der Redaktion des „Schwäbischen Landwirt" kann dies nicht unbekannt sei:;, und es ist deshalb sehr zu bedauern, daß sie sich ebenso wie einige andere Blätter durch den Albdruck des Artikels der Verbreitung einer Verleumdung der jüdischen Händler schuldig gemacht hat, die ganz allgemein in gehässiger Weise als Wucherer bezeichnet sind. — Wir fordern die Nedaktion des „Landwirt" oder den Verfasser der genannten Notiz auf, uns jüdische Händler

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