Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1912-11-01 · Heft 11 (November 1912) · p. 420

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 11 (November 1912)
Article
[Ohne Titel]
Date
1912-11-01
Page
420 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
address
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2316602-2316817-2316827--23046-2346623
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

420 Im deutschen Reich. hat der Königs. Hoflieferant P. W. Ossendorfs in Köln, Waidmarkt, für feine Gardinenabteilung ebenfalls eine christliche Verkäuferin verlangt. Auch die Frima F. W. Brügel - mann Söhne in Köln, Mühlengafse, die sich bisher eines großen jüdischen Kundenkreises erfreute, verlangte „Verkäuferinnen christlicher Konfessio n". Wenn die jüdische Kundschaft solcher Firmen, die ihre Vorurteile gegen das Judentum so öffentlich bekunden, daraus die nötigen Konsequenzen ziehen würde, dürften diese Schädigungen jüdischer Verkäufer unv Verkäuferinnen wesentlich vermindert werden. — Aus Hirschberg ist uns folgendes mitgeteilt worden: „Bei den hiesigen Firmen K u r t Meyer und G. A. M i l k e wäre jegliche Vorstellung, von Inseraten und Gesuchen um christliche Verkäufer usw. abzusehen, ganz vergeblich. Diese Firmen stellen sich seit ihrer Begründung auf den antisemitischen Standpunkt. G. A. Milke hat einen Verkäufer, von dem er nachträglich erfuhr, daß er Jude sei, sofort entlassen und auch beim Kaufmannsgericht deshalb Recht bekommen. Obwohl diese Vorgänge in der jüdischen Gemeinde wie seine Inserate bekannt sind, machen doch noch einzelne Mitglieder bei der Firma ihre Einkäufe. Kurt Meyer kommt wohl als Verkaufsstelle für unsere Gemeindemitglieder gar nicht in Betracht." — In Mainz hat der Antisemitismus bis jetzt keinen Boden zu fassen vermocht; um so wesentlicheres Aufsehen rief daher die vor kurzem im „Mainzer General-Anzeiger" erschienene Annonce von Vordenfelde & Schaefer hervor, die den Vermerk „einzig großes christliches Spezialgeschäft" enthielt. Der gesunde Sinn der Mainzer Bevölkerung bürgt uns aber dafür, daß diese Art von Geschäftsreklame ihre Wirkung gänzlich verfehlen wird. — Die Möbelfabrik Hugo Woitschach, Berlin NO. 18, Gr. Frankfurterstr. 77, versendet einen Katalog, in dem sie sich wiederholt als christliche Firma bezeichnet.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.