Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 11 (November 1912)
- Article
- Berlin
- Date
- 1912-11-01
- Page
- 402 (sequence 2)
- Language
- German
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402 Im deutschen Reich. und urkundlich wichtige, sonst nicht aufbehaltene Oertlichkeiten, Vorgänge und Sitten. Aus der jüdischen Hymnologie und Liturgik Awaren wissenschaftliche Arbeiten auch für die geschichtlichen Anfänge der entsprechenden christlich-theologischen Wissenschaften wertvoll. Das der Iudenmission dienende InZiitu.- tum Judaicum könne die vorhandene Lücke nicht ausfüllen. Wollten die Juden eine solche Fakultät errichten und mit ihr, im Anschluß an die Aniversität in Frankfurt, an die volle wissenschaftliche Öffentlichkeit treten, so könne er nur sagen: „Ihr und unser Gott, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, gebe dazu seinen reichen Segen, innerlich und äußerlich." — Dieses christliche Bekenntnis zu dem gemeinschaftlichen Gott ist ein treffliches Zugnis gegen die gotteslästerlichen Ausführungen, durch die beständig im „Jammer" und ähnlichen antisemitischen Erzeugnissen diese Gemeinsamkeit bestritten wird. — Die „Kreuz-Zeitung" und ihre Hintermänner hat Prof. Werner Sombart dadurch nicht für sich gewonnen, daß er der Anerkennung der wirtschaftlichen Bedeutung der Juden manches beigefügt hat, was die Juden peinlich berühren mußte und Widerlegungen von jüdischer Seite unbedingt erforderlich machte. Diese Entgegnungen waren durchweg sachlich gehalten und hatten bei weitem nicht die Schärfe, mit der man von judenfeindlicher Seite mit ihm ins Gericht geht. Einer im 108. Bande der „Historischen Zeitschrift" von dem Freiburger Geschichtsforscher Georg v. Below veröffentlichten Besprechung des Sombartschen Werkes „Die Juden und das Wirtschaftsleben" entnimmt die „Kreuz-Zeitung" eine Anzahl Stellen, in denen nicht nur gegen „die unverkennbare Neigung" geklagt wird, „halbfertige, - unreife Produkte der wissenschaftlichen Arbeit in einer ans Feuilleton gemahnenden Form auf den Markt zu werfen", sondern auch jeder Satz, in dem Sombart versucht hat, der wirtschaftlichen Bedeutung der Juden gerecht zu werden, als unhaltbar und seine ganze Darstellung als bewußt einseitig bezeichnet wird. Von anderer Seite ist bekanntlich mehrfach Sombart das Gegenteil zum Vorwurf gemacht werden. Wie einseitig aber der zünftige Vertreter der Wissenschaft, v. Below, vorgeht, dafür liefern folgende/.Sähe den deutlichsten Beweis: „Ich geniere mich fast, den Nachweis dafür zu erbringen, daß diese Blüte (England und Holland seien durch die zugewanderten Juden die blühendsten Länder geworden) durch Juden nicht hervorgebracht worden ist." und „Mit der Niederlassung der Juden in ländlichen Orten hangt die Bewucherung der Bauern zusammen." Gegen Somöarts Behauptung, London verdanke seine Bedeutung für den Weltverkehr den Juden, wendet v. Below ein: „Warum wird denn