Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 11 (November 1912)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1912-11-01
- Page
- 401 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316817-2316827--23010-2346604- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Korrespondenzen, 401 konfessionelle Differenz als eine Rechtsverletzung bezeichnete, schrieb die „Essener Volkszeitung": „Ist denn die „Frankfurter Ztg." fremd in Israel? Ihr muß es doch bekannt sein, daß diese Beweise haufenweise vorliegen und dutzendemal Gegenstand der Verhandlung im preußischen Landtag gewesen. Allerdings handelte es sich bisher immer um die Zurückweisung katholischer Bewerber." Das Essener Blatt scheint fremd im eigenen Lager zu sein; die „Frankfurter Zeitung" wandte sich gegen jede konfessionelle Differenzierung, also auch gegen Zurücksetzung katholischer Bewerber, obgleich diese nicht von Israel, sondern von dem weit mächtigeren Zentrum die Vertretung des Rechts der Minoritäten auch den Konservativen gegenüber erwarten dürften. Wer in der Erklärung der Menschenrechte einen der größten Kulturfortschritte erblickt, wird in dem Rassen-, Religions- und Klassenhaß einen Rückschritt erkennen müssen, Ausnahmegesetze, gleichviel ob sie sich gegen Juden, Jesuiten oder Sozialdemokraten richten, nicht nur mißbilligen, sondern auch bekämpfen. A. L. m Korrespondenzen. 'Berlin, 21. Oft. Heber die Frage, ob die Errichtung einer jüdisch-theologischen Fakultät in Frankfurt a. M. wünschenswert sei, hat sich Herr Pastor Martin v. Ger lach in Silberhammer bei Danzig-Langfuhr in eingehender Weise am 22. September d. I. in der „Kreuz-Ztg." geäußert. Er hat dabei betont, da die jüdischen Mitbürger zu Vollpreußen erklärt seien, sei eine einzige jüdische theologische Fakultät nicht unbillig neben den neun evangelischen und (Braunsberg mitgezählt) vier römisch-katholischen in Preußen. Gerade vom christlich-theologischen Standpunkt aus halte er eine öffentliche jüdisch-theologische Fakultät für einen wissenschaftlichen Gewinn. Sie hätte große Schätze zu heben, was in ausreichendem Maße nur der könne, der sie als eigene Schätze ansieht und mit der Heimatliebe des Eigentümers seinen väterlichen Acker durchgräbt. Da sei sorgfältigste alttestamentliche Textkritik zu treiben. Die wissenschaftliche Darstellung und Beurteilung der älttestamentlichen Religion von bewußt alttestamentlichem Standpunkte aus, müßte schon ästhetisch sehr anziehend sein, nicht zum wenigsten für christliche Theologen. Die vielen Foliobände des Talmud enthalten edle Spruchweisheit, Erinnerungen an geschichtliche