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Im deutschen Reich · 1912-11-01 · Heft 11 (November 1912) · p. 392

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 11 (November 1912)
Article
Noch einmal: Judentum und Kapitalismus
Date
1912-11-01
Page
392 (sequence 8)
Language
German
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392 Im deutschen Reich. Schicksal und Vererbung — das ist die Paarung, die so mancherlei zu erklären vermag. Nicht Vererbung allein!*,! Das dritte Wort aber heißt Freiheit! Freie Entwicklung, freie Betätigung auf allen Gebieten — das ist die Lösung aus gar zu einseitigen kapitalistischen Gedankenkreisen. . * Jüdische Arbeiter in Deutschland. Von Erwin Eisen st ädt, Königsberg i. Pr, Mit einer nationalökonomischen Arbeit beschäftigt, fand ich bei den Angaben über die Berufsbevölkerung Deutschlands, hinsichtlich der Verschiedenheit ihrer Religion, daß es eine ansehnliche Zahl jüdischer Arbeiter gibt. Da ich annehme, daß, über die Frage, in welchem Umfange jüdische Arbeiter in Deutschland in den einzelnen Berufsabteilungen vertreten sind, vielfach Unkenntnis herrscht, scheint es mir für die Allgemeinheit der deutschen Juden wünschenswert, einiges Nähere hierüber bekanntzugeben. — Meine Angaben stützen sich auf das amtliche Quellenmaterial der Berufsstatistik des Deutschen Reichs vom Jahre 1907. Hierbei wurde die ganze Bevölkerung hinsichtlich ihrer beruflichen Tätigkeit in vter Kategorien geteilt: Erwerbstätige im Hauptberufe; Dienende im Haushalt der Herrschaft; Angehörige ohne eigenen Hauptberuf; berufslose Selbständige. Für unsere Untersuchung kommen nur die Erwerbstätigen im Hauptberuf in Frage. Die soziale Stellung der Bevölkerung wurde nach folgender Richtung unterschieden: Selbständige, Beamte, Arbeiter, wovon die Arbeiter allein den Gegenstand unserer Betrachtung bilden werden. — In der Landwirtschaft. Gärtnerei und Tierzucht, Forstwirtschaft und Fischerei waren vorhanden: erwerbstätige Juden überhaupt. 3 746 jüdische Arbeiter. 2 665 Wenn man von der Zahl der in der Landwirtschaft, Gärtnerei usw. beschäftigten Juden, die als „Arbeiter" bezeichnet werden können, die Familienangehörigen, die in der Wirtschaft des Haushaltungsvorstandes tätig sind, und die die amtliche Berufsstatistik den Arbeitern zurechnet, in Abzug bringt, ergibt sich, daß nur 569 jüdische Arbeiter in der Landwirtschaft usw. als Knechte, Mägde, Arbeiter und Tagelöhner tätig sind. — Dies gibt *) Vgl. dazu A. Goldschmidt: Juden, kapitalistische Gesinnung, Zielstrebigkeit, „Im deutschen Reichs Novemberhest 1911.

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