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Im deutschen Reich · 1912-10-01 · Heft 10 (Oktober 1912) · p. 460

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 10 (Oktober 1912)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1912-10-01
Page
460 (sequence 11)
Language
German
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460 Im deutschen Reich. Erst nachdem die Polizei durch eine Verstärkung aus Sieradz imstande war, kräftiger einzugreisen, wurde die Ordnung wieder hergestellt, ein Teil der Ruhestörer verhaftet und Maciejewski nach Kiew abgeschoben. Die intellektuellen Urheber des angerichteterr Elends werden in diesem Falle, wie immer, straflos ausgeheu und ihr frevelhaftes Werk sortsetzen. Das antisemitische Geschäft nährt leider noch immer feinen Mann! K. L. sfe Korrespondenzen, Berlin, 23. Sept. Wie berichtet wird, wollen die Antisemiten eine „Aufklärungsarbeit im großen Stile" betreiben. Sie haben zu diesem Zweck einen langen Aussus erlassen, in dem für die Reuauflage eines vor vielen Jahren von -einem eingefleischten Antisemiten, Sanitätsrat I)r. Stille, verfaßten Machwerks: „Der Kampf ge gen das Judentum" Stimmung gemacht wird. Um mit diesem Ladenhüter die „gebildeten Stände" zu beschenken, bedarf es größerer Geldmittel, die der frühere ReichsLagsabgeordnete Raab im Empfang zu nehmen bereit ist. Das Unternehmen, durch das der „Hammer-Gemeinde" Konkurrenz gemacht wird, ist in gewissem Sinne erfreulich, denn durch die Verschwendung der antisemitischen Geldmittel für das zwecklose Unterfangen, gebildete Kreise für den „wissenschaftlich" - verbrämten Antisemitismus zu gewinnen, wird den Antisemiten die Möglichkeit entzogen, noch mehr „Ungebildete" als bisher in ihre Netze zu locken. — In der Wochenschrift „Berliner Kritiker" (Verlag W. Kunkel) ist am 18. September unter der Ueberschrist „Anti-Sem" der konservative Plan einer „Renaissance des Antis emitrsmus" besprochen und an die Zeit der antisemitischen Zweigroschen-Versammlungen erinnert worden, in denen der jetzt wieder in Dresden als antisemitischer Volksredner aufgetauchte Rektor A h l w a v b t nnh sein Schwiegersohn, der „deutsche Gastwirt" Bodeck, dem Publikum vorgesührt wurden. „Ebenso wie heute", wird dann weiter berichtet, „sollte damals mit dem „arischen Prinzip" ein Geschäft gemacht werden. Das Geschäft ging so gut, daß Herr Böckel sein Gehalt-sich Lalerweise erkämpfen mußte. Die Redakteure des „Volksrechts" durften ihr Gehalt bei Herrn Bodeck abessen und abschlafen. Einem der Herren, der heute noch in dem Blatte Dr. Oertels auftaucht und seinen unverfälscht tschechischen Namen hinter dem stolzesten Namen aus Wagners „Meistersingern" verbirgt, spendierte Herr

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