Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1912)
- Article
- Moritz Goldsteins "Deutsch-jüdischer Parnaß"
- Date
- 1912-10-01
- Page
- 450 (sequence 14)
- Language
- German
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450 Im deutschen Reich. Ls ist heute so viel die Rede von der Erhaltung unserer Ligenart: die einzige, die im weltgejschichtlichen Sinne wert ist, erhalten und nicht nur erhalten, sondern zu neuem Leben erweckt und gestärkt zu werden, ist die sittlich-religiöse Ligenart unseres Stammes. Hm dieser willen kämpfen wir letzten Lndes den Kamps der Gleichberechtigung, ja, mehr als das: wir betätigen diese unsere sittlich-religiöse Ligenart am besten, wenn wir gegen die Gewalten der Verleumdung und des Anrechts uns den Glauben an den Sieg der Gerechtigkeit, an den Sieg des Guten nicht rauben lassen. And wenn wir für Gerechtigkeit und Humanität kämpfen als Juden, so ist das nicht bloß ein Kampf für jüdische Sonderinteressen? Wir führen diesen Kampf auch als Deutsche für ein edleres und höheres Deutschtum, für das Vermächtnis der edelsten deutschen Geister. * Umschau. Hnter dem Lindruck der letzten Verluste bei den Reichstags- Wahlen sind bei den rechtsstehenden Parteien verschiedentlich Pläne aufgetaucht, die auf Beseitigung der Zersplitterung und Reugründung auf antisemitischer Grundlage hinauslaufen. Bemerkenswert ist der Beschluß! der Dortmunder „Deutsch- Rationalen", gemeinsam mit den Konservativen eine grotze deutsch-völkische Harter der Zukunft zu begründen, besonders aber die Kundgebung eines alten konservativen Politikers, der unter der Aeberschrift „Die deutschen Rechte", in den „Zeitfragen", der Wochenschrift der „Deutschen Tageszeitung", am 19. August alle konservativen Politiker der verschiedensten Richtungen zu überzeugen sucht, daß sie nichts Besseres tun könnten, als sich der Führung des Abgeordneten v. Heydebrand, des sogenannten „ungekrönten Königs von Preußen", blindlings anzuvertrauen. Er sagt: „Die Einigkeit der Rechten ist durch die im Reichstage herrschende Gefahr von Zufallsmehrheiten zur entscheidenden Macht frage geworden." Er behauptet schlankweg, alle andern Parteigruppen stünden in geschlossenen Heereskörpern aufmarschiert, und er charakterisiert die verschiedenen Fraktionen der Linken, das Zentrum und die Reichspartei vom Standpunkte der Deutsch-Konservativen aus, die er dagegen verwahrt, eine Regierungspartei sein zu wollen. Was sie wirklich sind und auch nach dem Wunsch des „alten Politikers" sein sollen, geht aus den