Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1912)
- Article
- Moritz Goldsteins "Deutsch-jüdischer Parnaß"
- Date
- 1912-10-01
- Page
- 437 (sequence 1)
- Language
- German
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Zur deutschen Reich »Aist des keuttawereior deutscher btastsbSrger Wischev GlsOevs. Srtcbernt z^ölfmal im ‘Jahre* Der „Central - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" bezweckt, die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung zu saMmeln, urn. sie in der tatkräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung sowie in der unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken. (§ 1 der Satzung des Vereins.) LVILI. Ishrg. Berlin, Oktober 1912. Mr» 10» Moritz Goldsteins „Deutsch-jüdischer Parnaß". Kritische Bemerkungen von Professor vr. Julius Goldstern- Darmstadt. Im ersten MärzhefL des „Kunstwort" hat Moritz Goldstern einen Aufsatz unter dem Lite! „Deutsche-jüdischer Parnaß" veröffentlicht) der weitgehende Beachtung in der antisemitischen Presse gefunden hat. Wenn er in den nichtzionistischen Zeitschriften, die jüdische Angelegenheiten behandeln, weniger beachtet worden ist, so ist das wohl aus der Tatsache erklärlich, daß der Aussatz für uns Juden außer einigen geschickt formulierten AeberLreibungen kaum einen Gedanken enthält, der neu wäre oder zu neuen Ausblicken führte. Indes seine Verkehrtheiten und Verstiegenheiten verdienen wohl, aufgezeigt und ins rechte Licht gestellt zu werden, denn sie sind Gemeingut derjenigen Kreise, denen Moritz Goldstern angehört. Man muß bei seinen Ausführungen zwei Dinge unterscheiden: das persönliche Erlebnis und das Gedankengefüge. Je mehr das erste uns fesselt und unsere Teilnahme erweckt, um so stärker enttäuscht das zweite. Das persönliche Erlebnis: Ein feinfühliger Jude, der mit leidenschaftlicher Liebe am Deutschtum hängt, ist durch den Judenhaß im Innersten seiner Seele verwundet und gleichzeitig empört über diejenigen Juden, die, scheinbar unbekümmert um Zurückweisungen und Kränkungen, ruhig an deutscher Kultur weiter Mitarbeiten. Einen Ausweg aus dieser ihm unerträglichen Lage sieht er nur im Zionismus und in der Wiederbelebung hebräischer Sprache und Literatur. And dennoch vermag er diesen Weg nicht zu gehendenn'sich vom Deutschtum losreißen, wäre ihm gleichbedeutend mit geistigem Selbstmord. So suhlt er sich