Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 9 (September 1912)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1912-09-01
- Page
- 430 (sequence 9)
- Language
- German
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430 Im deutschen Reich. Richtung hin ebenso wie den Inden gegenüber einen streng ablehnenden Standpunkt einnehme. Könnte uns vielleicht einer unserer geschätzten Leser, der geschäftliche Beziehungen zu russischen, insbesondere PolnischenKatholikenhat, darüber Auskunft geben, ob diese Mitteilung auf Wahrheit beruht? sfc Briestasten. G. H., Berlin. Das Organ der Zentrumspartei, die „Germania", hat bereits in einem am 19. Juli veröffentlichen Artikel sowohl gegen den Kronprinzen-Kultus der alldeutsch-freikonservativen „Post" als auch gegen den „Klatscht der „Staatsbürger-Zeitung" Stellung genommen und rund heraus erklärt: „Man muß auch bedenken, daß die Monarchen heutzutage im Streit der Parteien gar nicht gern eine bestimmte Stellung nehmen. Die Zeit des Absolutismus ist vorüber, das Regieren besorgen hauptsächlich die Minister, und die Monarchen' sehnen sich nach einer gewissen Neutralität, damit sie bei allen Parteien und in allen Bevölkerungsklassen beliebt sind. Wenn die Konservativen früher hofften, Wilhelm II. werde offen gegen den Liberalismus Stellung nehmen, so haben sie sich getäuscht. Er hat das nie getan, aber es ist nicht minder zu beachten, daß er auch noch keine Kundgebung erlassen hat, die sich für den Liberalismus aussprach. Wenrz der Kronprinz auf den Thron gelangt, so wird er es vermutlich ähnlich so machen, und die guten Leute hüben wie drüben haben sich dann umsonst aufgeregt." Die „Staatsbürger-Zeitung^ hat aber, unverkennbar im Vertrauen auf den Beifall konservativer Gönner ihr wüstes Treiben nicht eingestellt, sondern unter Berufung auf eine Fortsetzung der selbst von der „Deutschen Tageszeitung" als „Klatsch" bezeichneten antisemitischen Abhandlungen in Albert Helms „Zeitschrift" „Ja, was sagt Ballin dazu?" einen von Eckhardt 0. Eckartshausen Unterzeichneten aufreizenden Artikel gebracht, der mit den Worten schließt: „Es ist höchste Zeit, daß diese Nebenregierung beseitigt und unsere allgemeinen deutschen und preußischen Interessen gewahrt werden! Das Vaterland ist in Gefahr!" <D. J>., Berlin. Der 70. Geburtstag des deutsch-nationalen österreichischen Politikers Georg Schönerer ist am 17.Juli von antisemitischen Vereinigungen in Wien, Innsbruck, Berlin und Hamburg zu Kundgebungen benutzt worden, die kaum den Zweck erfüllt haben werden, die verblaßte Volkstümlichkeit des stillgewordenen Mannes wieder aufzufrischen, von dem viele gar