Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 9 (September 1912)
- Article
- Berlin
- Date
- 1912-09-01
- Page
- 416 (sequence 2)
- Language
- German
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416 gm deutsch LU Reich. am Scheitel gelichtet. Bart: schwarz, englisch geschnitten. Gesicht': bleich, ausgemergelt, vortretende Backenknochen. Augenbrauen: bogenförmig. Base: breit. Ohren: groß, abstehend. Mund: mittel. Kinn: breit, Grübchen. Besondere Kennzeichen: auffallende Barbe (HauLlappen) an der Stirne. Bekleidung: elegant. Berlin, den 15. August 1912. Der Untersuchungsrichter bei dem königlichen Landgericht I." — In der kürzlich erschienenen 2. Auflage des 1. Heftes der^ Deutsch - akademis cheu Schriften ist ein von Dr. E r n st §unfei, Berlin-Friedenau, verfaßter Artikel erschienen: „Der Verein deutscher Studenten, Wesen, Ziele und Geschichte". Diese Schrift soll darüber Auskunft geben, was dieser Verein ist, sein will, wofür er gekämpft, und welche Ziele er sich für die Zukunft gesteckt hat. Der Verfasser erklärt, der Verein deutscher Studenten lehne es ab, in konfessioneller Beziehung Stellung zu nehmen, erwarte aber, daß, jeder, der aus seiner Schule gegangen ist, parteipolitische und konfessionelle Rücksichten, welcher Art sie auch sein mögen, den Forderungen des nationalen Gewissens unterordne. Der Verein versuche auch niemandem eine starre dogmatische Auffassung des völkischen Gedankens aufzuzwingen. Wie diese Versicherung aufzufassen ist, geht aus folgenden unverfälscht antisemitischen Sätzen hervor: „Das gesamte Geistes- und Wirtschaftsleben unseres Vaterlandes ist nun ständig der Gefahr preisgegeben, unter den übermächtig werdenden verderblichen Einfluß, jener F r e m d r a s s e zu gelängen, die, obwohl ohne geschlossene Wohnsitze über alle Kulturländer zerstreut, doch in sich eine feste und organisierte Einheit gegenüber ihren Wirtsvölkern bildet, des Judentums, das Theodor Mommsen ein „wirksames Ferment des Kosmopolitismus und der nationalen Dekomposition", Richard Wagner den „plastischen Dämon des Verfalles der Menschheit", Heinrich von Treitschke „unser Unglück" nannte. Der Verein deutscher Studenten erblickt in einer klaren Stellungnahme zur Juden frage eine unerläßliche Folgerung aus dem nationalen Gedanken. Es ist daher selbstverständlich, daß er keine Juden in seine Reihen aufnimmt, sondern nur deutsche Studenten, unter deren Eltern sich weder getaufte noch ungetaufte Juden befinden." — Was bisher dieser Verein geleistet hat, dessen alte Herren jetzt vielfach amtliche Stellungen einnehmen, hat gewiß nicht dazu beigetragen, den inneren Frieden des Deutschen Reiches zu fördern und die Spuren der traurigen Bewegung zu tilgen, die das deutsche Volkstum wahrscheinlich nicht gefördert hat, sondern künftig, noch mehr als heute, als „eine Schmach unserer Zeit" betrachtet werden wird. Jeder Bericht über die lokalen Veranstaltungen der Vereine deutscher Studenten liefert Beweise