Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 9 (September 1912)
- Article
- Zur Jahrhundertwende des Emanzipationsedikts
- Date
- 1912-09-01
- Page
- 406 (sequence 18)
- Language
- German
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406 Iw deutschen Reich. wenrr eine reale Heimstätte für das Volk vorhanden sein wird, darüber mögen die Meinungen anseinandergehen. Die Zionisten erhoffen es, die Nichtzionisten glauben nicht daran. Aber diese Differenzen dürfen uns in unserer Streitgenossenschaft nicht trennen, nicht dazu bringen, das Banndr zu verlassen, das der Centralverein aufgestellt hat, um die zu sammeln, denen es ernst darum zu tun ist, hier auf dem Boden des deutschen Vaterlandes unsere volle Gleichberechtigung zu erringen. Werden wir treu und einig sein, so ist mir um die Zukunft nicht bange. Die vollen Menschenrechte werden der Siegeslohn des Kampfes sein, dir Emanzipation wird zur Wahrheit werden. & Die Emanzipation der Juden in Preußen. Anter besonderer Berücksichtigung des Gesetzevom 11. März 1812. Von Dr. Ismar Freun d.*) Aus 9ht[aj3, des 100 jährigen Gedenktages der Emanzipation der Juden im März dieses Jahres haben folgende Körperschaften: der Deutsch-Israelitische Gemeindebund, der Verband der Deutschen Juden, die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, der Verband jüdischer Lehrer im Deutschen Reich, der Verein jüdischer Lehrer in der Provinz Brandenburg, der Verein jüdischer Lehrer in den Ostprovinzen, die jüdischen Gemeinden zu Berlin, Frankfurt a. M., Breslau, Königsberg, Magdeburg, Posen und 21 andere preußische jüdische Gemeinden, die geschichtliche Darstellung der Emanzipation d e r In d e n durch Herrn Dr. I § mar Freund veranlaßt. Aus dem zweiten Band des betreffenden Werkes, das eine Fülle lehrreichen Stoffes und wichtige Urkunden enthält, teilen wir als Probe folgendes Kapitel mit: Die Rechtslage der preußischen Juden beim Tode Friedrichs des Groß e n. Wenn wir die Rechtslage der Juden, wie sie sich bis zu dem Tode Friedrichs des Großen herausgebildet hatte, im einzelnen betrachten, so kann es nicht unsere Aufgabe sein, alle Details dieser Verhältnisse hier ausführlich darzulegen. Vielmehr wird es nur darauf ankommen, dasjenige herauszuheben, was für das Verständnis der weiteren Entwicklung notwendig ist. *) Verlag von M. Poppelauer, 1912. Preis: Band I broch. 4 M., ged. 5,50 M. — Band II broch. 12 M., geb. 14 M.