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Im deutschen Reich · 1912-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1912) · p. 368

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1912)
Article
[Ohne Titel] / S.
Date
1912-07-01
Page
368 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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368 Im deutschen Reich. Wahlen 1912 erstattete, sondern auch eine eingehende Erörterung anderer akuter politischer Angelegenheiten und wirtschaftlicher Vorgänge bot, wobei die klaren Darlegungen den ungeteilten Beifall sämtlicher Delegierten fanden. Die sich daran anschließenden mehrstündigen Beratungen betrafen zumeist interne Ausschußangelegenheiten, die zum Teil vertraulicher Art waren, und in einer sehr befriedigenden Weise erledigt wurden, die von dem gründlichsten Verständnis sämtlicher Delegierten für unsere Bestrebungen und ihrer warmen Sympathie für unsere Sache deutliches Zeugnis gab. — lieber die in Mergentheim in Württemberg abgehaltene Centralvereins-Versammlung geht uns von dort nachstehender Bericht zu: „Vergangenen Montag, den 10. d. M., wurde uns die Freude zuteil, den längst erwarteten Syndikus des Centralvereins, Herrn Br. Holländer, in der Rosen halle über die „Sorgen der deutschen Juden" sprechen zu hören. Nach der Begrüßung durch den hiesigen Vertrauensmann Herrn Br. Kallner führte der geschätzte Redner folgendes aus: Der Kampf der Gegner richtet sich gegen unser religiöses, politisches und wirtschaftliches Leben. In religiöser Hinsicht haben wir daher den Kampf gegen die mittelalterlichen Verleumdungen auszukämpfen. Die von Th. Fritsch, dem Leiter des „Hammer" herausgegebenen, von Unwissenheit und Unwahrheit strotzenden Flugblätter hat der Centralverein in wirkungsvoller Weise durch Gegenflugblätter beantwortet und richtiggestellt und veranlaßt, daß der Urheber der Verleumdungen solche schon hinter und Riegel zu büßen hatte. In der Schächtfrage wurden die Gutachten der ersten Autoritäten eingeholt und die Unzulänglichkeit der Angriffe hiermit dokumentiert. Merkwürdig in diesem Kampfe ist, daß diejenigen, die das gute Herz für die Tiere haben, kein Erbarmen empfinden mit den dahingemordeten russischen Juden. Ein besonderes Verdienst in dieser Frage hat sich Herr Br. Josef K a l l n e r in Span d a u durch einen Vortrag über die Schächtfrage auf der Hygiene-Ausstellung in Dresden erworben. Gegen die Verbreitung des R i t u a l m o r d m ä r ch e n s wurde mit Wachsamkeit und Energie ausgetreten, da wir weder etwas zu verheimlichen noch zu verschweigen haben. Im politischen Leben haben wir den Kampf gegen die offenen und verkappten Antisemiten zu führen. Ein getaufter Jude, selbst wenn er einer freiheitlichen und uns gutgesinnten Partei angehört, kann nicht unser Kandidat sein. Das Bedauerliche ist, daß die konservativen Parteien ihre Niederlagen bei den letzten Wahlen durch antisemitische Exkursionen in der Presse zu verdecken suchen. Der schwierigste Kamps ist der wirtschaftliche. Neberall droht man die Existenz der Juden zu erschweren oder zu vernichten, was

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