Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1912)
- Article
- Si fecisti, nega
- Date
- 1912-07-01
- Page
- 346 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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346 Im deutschen Reich. 8! fecisti, nega. Die „Judenpresse" lautete das Thema eines Artikels im vierten Heft dieses Jahrganges, S. 168, auf den wir noch einmal zurückkommen müssen. In einer Versammlung des Eentralvereins in Magdeburg war von einem unserer Redner gesagt worden, daß der Ausdruck „Judenpresse" von den Antisemiten auf alle literarischen Erzeugnisse angewendet werde, die nicht nach ihrem Geschmack seien. Es war ferner gesagt worden, daß, wir als Juden, speziell als Eentralverein nicht für das verantwortlich gemacht werden könnten, was politische Blätter schrieben, auf die wir keinen Einfluß haben, auch nicht dann, wenn einer oder mehrere ihrer Mitarbeiter Juden sind. Man solle uns aber, wenn man ritterlich kämpfen und der Wahrheit die Ehre geben wolle, Nachweisen, wo in wirklich jüdischen Blättern wie in unserer Zeitschrift „unausgesetzt christlicher Glaube, christliche Sitte,, christliche Einrichtungen bekämpft, verhöhnt, bedroht werden." Diese Darlegungen hatten den „Reichsboten" und die „Germania" in Harnisch gebracht. Wie man es wagen könne, das Vorhandensein dieser Judenpresse mit christenfeindlicher Tendenz so dreist zu leugnen! 8i fecisti, nega (nur tapfer alles leugnen) könne man nur zu einer solchen Dreistigkeit sagen. So der „Reichsbote" und die „Germania". — Wir hatten auf die freundlichen Vorhaltungen der genannten Blätter eine Erwiderung gebracht und u. a. gesagt: „Wan hält uns den Satz der Jesuiten entgegen: „Si fecisti, nega.“ Wir haben die Tat, die man uns anhängt, nicht begangen, und haben daher nichts zu leugnen . . ." Daraufhin sind wir von einem Zentrumsabgeordneten ersucht worden, ihm mitzuteilen, wo sich bei Jesuiten der Satz si fecisti, nega fände. Hierzu wollen wir folgendes erklären: Daß dieser Satz in dieser Form als Lehre von den Jesuiten proklamiert worden ist, wollen wir keineswegs behaupten. Wir geben gern unfern Ausdruck „der Sah der Jesuiten si fecisti, nega"' preis und sagen dafür: „der Satz der „Germania" si fecisti, nega." Wir wiederholen aber unsere Frage an das Zentrumsblatt, auf die wir bisher eine Antwort nicht haben finden können: Was sagt die „Germania" zu den folgenden Worten, die einer der vornehmsten Zentrumsführer, Windthorst, einst im preußischen Abgeordnetenhause gesprochen hat? „Einer der Hauptpunkte, worüber die Juden sich beklagen können, ist nach meinem Dafürhalten der, daß man, wenn ein einzelner Jude oder eine Mehrzahl von Juden, ein Teil derselben etwas getan hat, was mit Recht gerügt werden muß, daß m a u