Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1912-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1912) · p. 336

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1912)
Article
Jude sein heißt Kämpfer sein
Date
1912-07-01
Page
336 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2316602-2316817-2316824-2346190--22740-2346294
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

336 Im deutschen Reich. Pieren können, die aber unserem Empfinden und Streben völlig fremd klingen, wie das letzte Sombartsche: die Regierungen werden wohl den Juden die völlige Gleichberechtigung noch geben, die Juden müßten aber klug genug sein, davon nicht den vollen Gebrauch zu machen, u. a. Wir wollen Juden bleiben und empfinoen als deutsche Juden, das übersehen die Herren ganz; in uns lebt der alte Makkabäergeist, der mutig sich aufbäumt, wenn es ein Ziel zu erreichen gilt. „Jude sein, heißt Kämpfer sein" — darum verbitten wir uns ganz energisch alle Ratschläge, die dazu angetan sind, nur Verwirrung in unseren Reihen anzurichten und uns von dem rechten Wege abzudrängen. Warum schlingt sich das Band der Zusammengehörigkeit immer enger um uns? Weil wir es empfinden, daß wir einer gerechten Sache dienen, weil wir stolz sind, als Träger eines alten Namens und einer alten Kulturmission dazustehen, die der Welt das Sittengesetz gegeben hat. Ausharren im Kampfe, standhaft und treu, —- dies sei unsere Devise — durch Kampf zum Sieg! Ein Jüdisches Museum. Zu dem Artikel „Lin Jüdisch-Germanisches Museum" von Jakob Seifensieder-Nürnberg wird uns von Herrn Architekten Fritz Epstein- Frankfurt a. M. geschrieben: Der Vorschlag von Jakob Seifensieder-Nürnberg, ein Jüdisch -Germanisches Museum zu gründen, wird nicht ohne Widerspruch ausgenommen werden. Besonders die Aufstellung einer Sammlung jüdischer Kultur- und Kunstdenkmäler als Angliederung an das Germanische Museum zu Nürnberg dürfte ein Fehler sein. Erfreulich wäre es, wenn recht weite Kreise von der Notwendigkeit durchdrungen wären und helfen würden, das künstlerische Erbe unserer Ahnen zu finden und zu heben, wenn eine allseitig anerkannte Zentralstelle das Material aufnehmen, sichten, ordnen und zur Schau bringen würde. Wer sich mit der Sache beschäftigt hat, weiß, daß das, was wir außer dem bereits Bekannten finden werden, allzu hochgespannten Erwartungerl kaum genügen wird. In der Hauptsache werden einfache, sogar primitive Gegenstände und Bauten aufgedeckt werden können, die jedoch eine ungemein wichtige Ergänzung und Illustrierung der Geschichte der deutschen Juden bilden und Freud und Leid und die stolze Willenskraft unserer Altvordern wiederspiegeln werden. Selten jedoch werden reichere

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.