Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1912)
- Article
- [Ohne Titel] / Wolff
- Date
- 1912-06-01
- Page
- 291 (sequence 2)
- Language
- German
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VereinsnachrichLen 291 nationalen Handlungsgehilfen-Verbandes Herr Bechly-Hamburg in Freiburg i. B. hielt, wurden die Juden ganz richtig als Gäste in unserem Vaterlande bezeichnet. Dieses konnte der „rührige'' „Zentralverband deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" nicht unwidersprochen lassen und beglückte deshalb die Freiburger Presse mit folgender Erklärung: (Freiburger. Tageblatt vom 29. April). „Aach einem Berichte in Ihrem geschätzten Blatte vom 26. d. Mts. über einen im Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband, Ortsgruppe Freiburg, von Herrn H. Vechlh aus Hamburg gehaltenen Vortrag bezeichnet'der Vortragende die deutschem Israeliten als „Gäste" in Deutschland. Ohne uns näher daraus einzulassen, in welchem Zusammenhang der Vortragende diesen Ausdruck gebraucht hat, geben wir hiermit folgende Erklärung ab: Wir deutschen Juden fühlen uns in unserem innersten Wesen und mit unserem ganzen Denken und Sinnen als vollwertige und vollberechtigte Bürger unseres deutschen Vaterlandes, schon allein im Hinblick auf unsere geschichtliche Vergangenheit im deutschen Heimatlande. Wir weisen daher jede gegenteilige, in Wort und Schrift kundgegebene Ansicht — mag sie aus Unkenntnis oder Gehässigkeit beruhen — mit aller Entschiedenheit und mit Entrüstung zurück. Freiburg i. Br., 28. April 1912. Der Vorstand des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Ortsgruppe Freiburg i. Br." Dazu bemerken die „Deutsch-Sozialen Blätter": „Vollwertige und vollberechtigte Bürger" unseres deutschen Vaterlandes und „geschichtliche Vergangenheit im deutschen Heimatlande" ist nicht schlecht. Wie lange wird wohl der Vorstand der Freiburger Ortsgruppe des Zentralvereins schon in Deutschland sein?" — Wir fühlen uns durch diese Bemerkung nicht veranlaßt, dem Antisemitenorgan Geschichtsunterricht zu erteilen, der doch fruchtlos bleiben würde. Wer diesen Unterricht gründlich genossen hat, der weiß, welche Stellung die Juden in Deutschland vor den Kreuzzügen eingenommen haben, ehe der Fanatismus sie in das Ghetto einpferchte. — In Leipzig hat am 30. April unter Leitung des Herrn Rechtsanwalt Dr. Wachtel eine Central-Vereins-Versammlung stattgefunden, in der Herr Rechtsanwalt Dr. Walter-Berlin für seine Ausführungen über d e n K a m p f d e s Central-Vereins gegen die Redaktion des „Hammer" reichen Beifall erntete. Aach ihm sprach Herr Pros. Or. Blumenthal- Berlin über das schädliche Treiben der sogenannten Asemiten und widerlegte dabei alle gegen die Gleichstellung der Juden vorgebrachten Argumente. Auch diese Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall belohnt. Mit Rücksicht daraus, daß es gegenüber den häufigen Angriffen insbesondere, durch den „Hammer"-Herausgeber Fritsch gegen die Juden einer sehr intensiven Mitarbeit möglichst vieler deutschen Juden bedarf, hätte man einen stärkeren Besuch, der Versammlung er-